Meerrettich-Frischkäse-Creme mit Brennnessel-Samen

Winterzeit – Erkältungszeit! Zwar werden die Tage wieder länger, aber die Chance, sich eine Erkältung einzufangen, wird gegen Ende des Winters erst mal noch größer. Gut, wenn man ein paar Hausmittel hat, die einer Erkältung vorbeugen helfen  oder auch – wenn es einen doch erwischt hat – die Symptome lindern können!

Eines dieser unverzichtbaren Hausmittel ist in unseren Breitengraden diese auf den ersten Blick wenig attraktive Wurzel: der Meerrettich (Armoracia rusticana). Er kommt wild vor, wird aber auch kultiviert und ist daher auch frisch im Handel erhältlich. Die bis zu 60 cm lange Meerrettich-Wurzel wird in der Regel im Herbst ausgegraben, in Sand eingeschlagen kann sie dann mehrere Monate gelagert werden. Aber auch die Blätter sind genießbar. Wer nur eine Meerrettich-Pflanze im Garten hat, gräbt diese lieber nicht komplett aus, sondern hält für die Frischkäse-Creme nach jungen Blättern Ausschau.

Meerrettich enthält verschiedene Vitamine (insbesondere Vitmin C) und Mineralstoffe, aber besonders wertvoll machen ihn die Senfölglykoside und ätherischen Öle. Aus diesen bildet sich das Senföl, das für den charakteristischen, scharf-stechenden Geruch verantwortlich ist.  Es wirkt antimikrobiell und gilt daher als eines der heimischen „pflanzlichen Antibiotika“. Außerdem hat Meerrettich u.a. eine verdauungsfördernde, entkrampfende und durchblutungsfördernde Wirkung. Hierüber ließe sich an dieser Stelle eine Menge schreiben, aber in diesem Beitrag geht es ja vor allem um die kulinarischen Aspekte von heimischen Wildpflanzen, deshalb gehe ich hier vorerst nicht weiter ins Detail. Außerdem haben unsere Vorfahren in der Regel nicht so zwischen Nahrungsmittel und Heilmittel unterschieden wie wir heute. Wir assoziieren Nahrungsmittel fast nur noch mit den – meist stark verarbeiteten und oft von weit herangekarrten Produkten in den Supermärkten, die Heilmittel dagegen kaufen wir in der Apotheke. Bis vor nicht allzu langer Zeit waren aber Nahrungs- und Heilmittel oft ein und dasselbe – was sich letztendlich auch in dem Wort LEBENS-mittel widerspiegelt.

Also zurück zum kulinarischen Aspekt, auch wenn er sich vom medizinischen nicht trennen lässt: Meerrettich ist den meisten von uns heutzutage vor allem als Sahne-Meerrettich bekannt, in Österreich und Franken ist er besonders weit verbreitet und wird dort Kren genannt. Man muss aber nicht auf die kleinen Gläser aus dem Supermarkt zurückgreifen, sondern kann sich mit der Meerrettich-Frischkäse-Creme eine leckerere und wirkungsvollere Variante selbst zubereiten:

Meerrettich-Frischkäse mit Brennnessel-Samen

Zutaten:
200g      Frischkäse, natur (am besten mit hohem Fettgehalt, z.B. Doppelrahmstufe)
2 EL       Brennnesselsamen, getrocknet *)
1             Bio-Zitrone (oder -Orange); die abgeriebene Schale davon
1 EL       Zitronensaft (oder 2 EL Orangensaft)
1-2 EL    Meerrettich-Wurzel, frisch, gerieben (alternativ junge Blätter, fein geschnitten)
1-2 TL    Honig, flüssig
Kräutersalz

Zubereitung:
Den Frischkäse in eine Schüssel geben. Die Brennnesselsamen in einer kleinen Pfanne kurz trocken anrösten, bis sie leicht knacken. Dann wieder abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Zitronen- oder Orangenschale mit einer feinen Multi-Reibe abreiben, ohne die weiße Schale dabei mit zu entfernen. Eine Hälfte der Zitrone oder Orange auspressen und die entsprechende Menge zum Frischkäse geben.

Von der Meerrettich-Wurzel das untere Ende abschneiden. Dann vom verbleibenden Stück ein paar Zentimeter der dünn schälen – je nachdem wie viel man in etwa verwenden möchte. Es ist besser erst einmal mit wenig zu beginnen, um die Schärfe auszutesten. Der Senföl-Gehalt je nach Frische und Sorte stark variieren und die individuelle „Schmerzgrenze“ ist sehr unterschiedlich (Hinweis: bei Magen- oder Darmgeschwüren sollte man Meerrettich lieber ganz meiden). Meist merkt man schon beim Reiben, wie die Senföle in die Nase steigen und die Augen zum Tränen bringen (der Name Kren leitet sich angeblich von „Greinen“ ab, was so viel wie „Weinen“ bedeutet.

Die geriebene Zitrusschale, den Meerrettich, die abgekühlten Brennnesselsamen, den Honig und ca. 1 TL Kräutersalz dazu geben. Alle Zutaten gut miteinander vermischen und abschmecken.

Der Meerrettich-Frischkäse schmeckt besonders gut als Aufstrich auf einem kräftigen Brot oder als Dip zu knusprigen Kräckern oder knackigem Gemüse wie Möhren oder Paprika. Aromatische Cocktail-Tomaten oder Mini-Paprika lassen sich mit dieser Frischkäse-Creme ebenfalls füllen.

Guten Appetit!

Tipp: Meistens kann man eine frische Meerrettich-Wurzel nur am Stück kaufen. Damit man möglichst oft lange etwas davon verwenden kann, wird die Wurzel am besten in ein feuchtes Küchenpapier gewickelt und dann in einer Plastiktüte im Kühlschrank aufbewahrt.

*) Brennnessel-Samen werden im Herbst geerntet und getrocknet. Sie sind dann lange haltbar. Wer (noch) keinen Vorrat angelegt hat, findet sie auch in Bioläden oder Online-Shops. Brennnessel-Samen sind unser heimisches Äquivalent zum „Superfood“ Chia-Samen. Sie enthalten unter anderem einen hohen Anteil an pflanzlichen Proteinen und Mineralstoffen. Deshalb widme ich ihnen spätestens im nächsten Herbst einen eigenen Beitrag mit mehr Infos. Durch das trockene Rösten in der Pfanne erhalten die Brennnessel-Samen einen nussigen Geschmack, der nicht nur gut zu Frischkäse oder Quark passt, sondern auch ins Müsli oder in Suppen gegeben werden kann.

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