Frühlings-Wildkräuter-Essig

Junge Wildkräuter stecken vor allem im Frühling nicht nur voller Vitamine, sondern enthalten auch viele wertvolle Mineralstoffe. Und die kann man sich in einem Kräuter-Essig am besten erschließen.

Die Frühjahr-Wildkräuter sind bestens auf widrige Umstände eingestellt. Kälte, Regen oder Trockenheit können ihnen kaum etwas anhaben, selbst Minusgrade können sie gut ertragen. In den zu dieser Jahreszeit noch zarten Blättern und Trieben stecken Vitamine und viele andere Inhaltsstoffe, die die Pflanze benötigt, um kräftig zu wachsen und sich z.B. gegen Kälte, starke UV-Strahlung, Krankheiten und Fraßfeinde zu schützen.

Was uns nach den Wintermonaten oft fehlt, können uns also die Wildpflanzen geben. Am einfachsten ist es, frische Wildpflanzen regelmäßig in kleinen Mengen zu essen – zum Beispiel in Salaten, Dips,  Aufstrichen oder Pesto – und die Vitamine, Mineral- und Bitterstoffe auf diesem Wege zu sich zu nehmen. Will man sich von den wertvollen Frühjahrs-Wildkräutern außerdem noch einen kleinen Vorrat für andere Jahreszeiten anlegen, lohnt es sich, auf die verschiedenen Möglichkeiten der Haltbarmachung zu schauen.

Während manche Inhaltsstoffe am besten durch Wasser, Öl oder Alkohol aus der Pflanze gewonnen werden können, lassen sich die in den Frühjahr-Wildpflanzen enthaltenen Mineralstoffe besonders gut mit Essig lösen und haltbar machen. Als Auszugsmittel eignet sich Apfel-Essig besonders gut, der selbst auch mineralstoffreich ist und einen milden, fruchtigen Geschmack hat. Am besten ist ein natürlich fermentierter, nicht erhitzter Essig, aber wenn ein solcher nicht in Reichweite ist, tut es zum Beispiel auch ein guter Weißwein-Essig.

Besonders gut eignen sich für einen Frühjahrs-Wildkräuter-Essig

  • Löwenzahn-Blätter, -Knospen und -Blüten
  • Giersch-Blätter
  • Gundermann-Triebe und -Blüten
  • Brennnessel-Triebe
  • Knoblauchrauke-Blätter
  • Scharfgarben-Blätter
  • Gänseblümchen-Blüten
  • Sauerampfer-Blätter
  • Spitzwegerich-Blätter

Um den Kräuter-Essig anzusetzen, ist eine weithalsige Flasche sehr praktisch. Man kann sie gut verschließen und kann die Pflanzenteile später auch leicht wieder daraus entfernen. Glas ist außerdem säureresistent, leicht zu reinigen und die Veränderungen in der Flasche lassen sich gut beobachten. Da der Deckel durch die Essigsäure angegriffen werden kann, wenn er nicht explizit für Säure geeignet ist, sollte man zwischen Deckel und Inhalt unbedingt ein Stück Frischhaltefolie oder Backpapier legen.

Frühjahrs-Wildkräuter-Essig

Zutaten:

Verschiedene Wildkräuter (siehe oben)
Apfel- oder Weißwein-Essig

Zubereitung:

Die Wildkräuter waschen und in einer Salatschleuder trockenschleudern. Eine 1-Liter-Weithals-Flasche zu gut 3/4 mit den Kräutern füllen. Mit dem Essig auffüllen, die Flasche mit einem Deckel verschließen (ggf. mit Folie oder Backpapier dazwischen) und gut schütteln. Dann die Flasche an einen warmen Ort stellen und die Kräuter ggf. mit einem Löffel nach unten drücken, so dass sie mit Essig bedeckt sind.

Den Kräuteressig mindestens 3 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dabei mindestens einmal täglich gut schütteln. Die Kräuter können auch länger im Essig bleiben, verlieren aber zunehmend ihre Farbe und sollten spätestens dann entfernt werden, wenn der Essig beginnt, eine bräunliche Farbe anzunehmen.

Den Wildkräuter-Essig durch einen Trichter in eine andere Flasche umfüllen und die Pflanzenteile dabei herausfiltern.

Der Frühjahrs-Wildkräuter-Essig ist nahezu unbegrenzt haltbar. Wenn lebendiger Essig verwendet wurde, kann sich eine „Essigmutter“ bilden, die sich als Schlieren oder gallertartige Schicht an der Oberfläche zeigt. Sie produziert neue Essigsäure-Bakterien und ist unbedenklich.

Der Wildkräuter-Essig schmeckt gut in Salat-Dressings, kann aber auch als Frühjahrskur z.B. eine Woche lang in Wasser verdünnt eingenommen werden (ca. 2 EL auf ein Glas Wasser pro Tag, am besten morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück).

Auch aus anderen Pflanzenteilen lassen sich gesunde und leckere Essig-Auszüge herstellen, zum Beispiel

Räuber-Essig
Löwenzahnblüten-Würzessig
Veilchenblüten-Essig
Kirschblüten-Essig

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können! Auch für die äußerliche Anwendung ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden. Unter Schutz stehende Wildpflanzen dürfen nicht gesammelt werden!

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