Löwenzahn-Radicchio-Salat mit Honig und Minze

Löwenzahn und Radicchio habe viel gemeinsam. Auch wenn man es ihnen auf den ersten Blick nicht ansieht, gehören sie zur gleich Familie. Geschmacklich lässt sich die Verwandschaft schon eher erkennen, denn beide Pflanzen haben eine bittere Note. Diese lässt sich – inspiriert durch eine in Italien verbreitete Zubereitungsart – hervorragend mit der Süße von Honig und der Frische von Minze kombinieren.

Der farbliche Kontrast zwischen den intensiv-grünen Löwenzahnblättern und den dunkelroten Radicchio-Blättern korrespondiert bei dieser Salat mit den geschmacklichen Kontrasten von Bitter und Süß.

Bitter als Geschmack erfreut sich im Allgemeinen keiner sonderlich großen Beliebtheit. Deshalb wurden aus vielen Lebensmitteln – vor allem Salaten wie Endivien, Chicoree und Radicchio, aber z.B. auch Grapefruit – die Bitterstoffe weitgehend heraus gezüchtet. Dabei sind sie ganz zu Unrecht verpönt, denn sie haben viele positive Eigenschaften. Vor allem können Sie das menschliche Verdauungssystem maßgeblich unterstützen. Sobald Bitterstoffe im Mund erkannt werden, werden nämlich reflektorisch, also ohne unser Zutun, zusätzliche Verdauungssekrete ausgeschüttet. Diese verbessern dann das Aufschließen der Nahrung in verschiedenen Abschnitten des Verdauungssystems. Deshalb auch der weit verbreitete Bitterlikör nach einem mächtigen Essen.

Besser als einen zucker- und alkoholhaltigen Verdauungs-Bitter hinterher zu kippen wäre es, zum Beispiel einen Salat mit Bitterstoffen vor oder zum Essen zu sich zu nehmen.

Der als Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum) bekannte Salat ist eine Zuchtform der Wegwarte ((Cichorium intybus), die auch Zichorie genannt wird. Löwenzahn (Taraxacum officinale) und Wegwarte gehören beide zur Familie der Korbblütler und haben deshalb mehrere gemeinsam Merkmale, z.B. die Art der Wurzel und der Blüte sowie einige Inhaltsstoffe.

Die gemeine Wegwarte ist übrigens die Heilpflanze des Jahres 2020 und war bereits Gemüse des Jahres 2005 und Blume des Jahres 2009 in Deutschland, was auch dafür spricht, dass ihr Nutzen landläufig eher unterschätzt wird.

Die blaue Blütenfarbe der Wegwarte ist ähnlich intensiv wie das Gelb der Löwenzahnblüten. Gleich ist auch die Form der Zungenblüten, auch wenn die Wegwarten-Blüten deutlich weniger davon hat und deshalb manchmal etwas strubbelig aussieht.

Löwenzahn-Radicchio-Salat mit Honig und Minze

Zutaten für 4 Portionen:

1                   kleiner Kopf Radicchio
1 Bund       Löwenzahnblätter, junge
3 Stängel  Minze

6 EL        Olivenöl, mild
4 EL        Balsamico-Essig, hell
1 TL         Honig, flüssig
                  Salz
                  Pfeffer

Zubereitung:

Radicchio und Löwenzahn-Blätter waschen, trocken schütteln und in feine Streifen schneiden.

Die Minze fein hacken. Olivenöl, Balsamico-Essig, Honig und Minze zu einem Dressing verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Dressing über die Radicchio- und Löwenzahnstreifen geben und untermischen. Den Salat vor dem Servieren ein paar Minuten ziehen lassen.

Nach Belieben in einem Radiccho-Blatt anrichten.