Vogelmiere-Pesto

Die unscheinbare Vogelmiere gehört zu den Wildkräutern, denen Kälte nicht viel ausmacht. Deshalb findet man sie, sofern es keinen starken Frost gibt, bereits ab Januar auf Wiesen und Äckern, aber auch in Gärten und Beeten. Sie ist ein wunderbarer Vitamin- und Mineralien-Lieferant und schmeckt bereits herrlich nach Frühling, auch wenn dieser noch auf sich warten lässt.

Die Vogelmiere (Stellaria media) gehört zu den wertvollsten Frühjahrs-Kräutern, denn sie ist ausgesprochen nährstoffreich. Zwar kann sie grundsätzlich fast das ganze Jahr über wachsen, aber im trockenen und heißen Sommer fühlt sie sich nicht sonderlich wohl und zieht sich oft zurück. Vorher hat sie aber mit vielen kleinen Samen dafür gesorgt, dass sie sofort wieder neu keimen kann, wenn es feucht genug ist. Für Langohren wie Hasen und Kaninchen ist die Vogelmiere ein Festessen, einige Vogelarten lieben die winzigen Samen und auch Ameisen sammeln sie und sorgen dadurch gleichzeitig für deren Verbreitung.

Im Frühjahr bereichert die Vogelmiere auch unsere Ernährung um wertvolle Inhaltsstoffe (mehr Info zu den Inhaltsstoffen und der Bestimmung von Vogelmiere siehe auch Vogelmiere-Crêpes und Vogelmiere-Wareniki). Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sie in der Küche zu verwenden, eine der schnellsten und schonendsten Zubereitung ist aber ein Vogelmiere-Pesto. Da es nicht erhitzt wird, bleiben alle Vitamine erhalten. Durch Knoblauch, gutes (kaltgepresstes) Olivenöl und leicht geröstete Sonnenblumen-Kerne wird es noch mit weiteren wertvollen Zutaten angereichert. Mehr braucht ein gutes Pesto nicht, Käse ist entbehrlich, zumal er geschmacklich oft zu sehr dominiert. Dabei darf der feine Geschmack der Vogelmiere ruhig zur Geltung kommen.

Vogelmiere-Pesto

Zutaten für ca. 200g Pesto:

100g      Vogelmiere-Kraut
50 ml    Bio-Olivenöl, kaltgepresst
50g        Bio-Sonnenblumen-Kerne, trocken geröstet
2-3        Knoblauchzehen, frisch
                Zitronensaft
                Salz

Zubereitung:

Das Vogelmiere-Kraut waschen, verlesen und grob hacken. Die Sonnenblumen-Kerne in einer Pfanne (unbeschichtet) kurz ohne Fett rösten, bis sie leicht gebräunt sind.

Vogelmiere, Sonnenblumen-Kerne, geschälte Knoblauchzehen, Olivenöl etwa 1 EL frisch gepressten Zitronensaft und 1/4 TL Salz mit der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab zu einer homogenen Masse pürieren. Ggf. mit etwas mehr Salz und Zitronensaft abschmecken.

Das Vogelmiere-Pesto schmeckt am besten frisch, aber es ist im Kühlschrank auch ca. 2 Wochen haltbar, wenn man es direkt in ein verschließbares Glas füllt und mit ca. 1 cm Olivenöl bedeckt.

Das Pesto schmeckt pur auf frischem Brot oder zu Nudeln, Reis und Gemüse. Oder warum nicht einfach mal über Tomate-Mozzarella statt des klassischen Basilikum-Pestos (das im Sommer eigentlich seine Saison hat und nur dank Treibhäusern rund ums Jahr im Supermarkt erhältlich ist)? Und ein Teelöffel Vogelmiere-Pesto mit Frischkäse verrührt ergibt einen leckeren Brotaufstrich.

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen weder als Lebensmittel verzehrt noch in sonstiger Form innerlich oder äußerlich angewendet werden, wenn sie nicht 100%ig sicher bestimmt werden können. Zur besseren Kenntnis der heimischen Wildpflanzen am besten an Kräuter-Führungen oder -Schulungen teilnehmen bzw. gute Bestimmungsbücher zu Rate ziehen. 

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