Haselkätzchen-Schokoladenbruch

Die männlichen Haselnussblüten, die Haselkätzchen, gehören zu den ersten Boten des Frühlings. Und während andere Pflanzen oft noch auf wärmere Temperaturen warten, bereiten sich die Haselsträucher schon sehr effizient auf die nächste Vegetationsperiode vor.

Gemeine Hasel (Corylus avellana) wird der heimische Haselnuss-Strauch genannt, was auf das häufige Vorkommen hinweist. Während ihre Früchte, die Haselnüsse, schon seit Jahrtausenden eine wichtige Nahrungsquelle für Mensch und Tier sind, ist die Verwendung anderer Teile des bis zu 5 Meter hohen Strauches heute weniger bekannt.

Dabei war die Hasel seit Menschengedenken eine wichtige Nutzpflanze. Neben den reifen Früchten war vor allem das Holz wegen seiner Stabilität und Flexibilität sehr geschätzt, um Alltagsgegenstände wie Stäbe, Spazierstöcke, Werkzeuggriffe, Körbe oder Reifen für Fässer, Stützen für den Anbau von Gemüse oder Flechtwerk herzustellen wie für Zäune und Fachwerkhäuser. Auch für den Bau von Langbögen war des Holz des Haselstrauches wertvoll und wird auch heute (wieder) dafür genutzt.

Die Blätter des sommergrünen Strauches werden frisch oder getrocknet für die Zubereitung von Tee verwendet. Da Hasel-Blätter vielerorts in Hülle und Fülle vorhanden sind, sind sie oft die Basis für Kräutertee-Mischungen. Man kann die frischen Blätter im Frühjahr und Frühsommer aber in der Küche auch ähnlich wie Weinlaub verwenden und zum Beispiel füllen

Die ebenfalls im Überfluss vorkommenden Haselkätzchen wurden gesammelt und getrocknet entweder für Tee oder als Streckmehl genutzt.

Ein einzelnes Haselkätzchen kann bis zu 2 Mio Pollen enthalten. Wenn die winzigen weiblichen Blüten sich öffnen, verbreiten sich die männlichen Pollen durch den Wind in alle Himmelsrichtungen (sehr zum Leidwesen der Allergiker) und treffen so auch auf die weiblichen Blüten.

Weil der Haselstrauch im Alltagsleben unserer Vorfahren so wertvoll war, ranken sich um ihn viele Märchen und Mythen.

Der Hasel wurden besondere Fähigkeiten zugeschrieben, um sich vor Bösem (Krankheit, Blitzschlag, böse Geister) zu schützen und das Glück zu begünstigen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Zauberstäbe häufig aus Haselstäben gemacht wurden, ebenso wie Wünschelruten. In vielen Kulturen war sie ein Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit, weshalb es in manchen Regionen Tradition war, zur Geburt eines Kindes oder zu Hochzeit einen Haselstrauch zu pflanzen. Sowohl in vorchristlichen als auch in christlichen Gräbern wurden  Haselruten häufig als Zeichen der Unsterblichkeit beigegeben.

Um die Haselkätzchen in eine kleine kulinarische Leckerei zu verwandeln kann man sie karamellisieren und entweder zu Joghurt essen (Karamellisierte Haselkätzchen) oder zusammen mit getrockneten Früchten Schokolade damit aufpeppen:

Haselkätzchen-Schokoladenbruch

Zutaten für 1 Tafel

100g     Schokolade (am besten mindestens 60 % Kakao)
20          Haselkätzchen
50g        Zucker (Vollrohrzucker)
25g        Cranberrys, getrocknet (oder andere säuerliche Trockenfrüchte)
                Bio-Orange, etwas abgeriebene Schale davon

Zubereitung

Die Haselkätzchen von den Stielen befreien und, falls sie feucht sein sollten, bei Zimmertemperatur ein paar Stunden trocknen lassen.

Den Zucker in einer kleinen Pfanne langsam erhitzen, bis er schmilzt und leicht karamellisiert. Dabei mit einem Holzlöffel vorsichtig umrühren. Dann die Haselkätzchen dazu geben und 1-2 Minuten weiter erhitzen. Anschließend sofort auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gießen (Achtung: sehr heiß!) und abkühlen lassen, bis der Karamell vollständig hart geworden ist.

Die Schokolade in einem kleinen Topf im Wasserbad (oder in einem doppelwandigen Simmertopf) schmelzen. In der Zwischenzeit den Haselkätzchen-Karamell mit einem Messer in kleine Stücke hacken.

Die geschmolzene Schokolade auf ein weiteres, mit Backpapier ausgelegtes Backblech gießen. Sofort den gehackten Haselkätzchen-Karamell, die Trockenfrüchte und ein paar Zesten der Bio-Orangenschale darauf verteilen.

Die Schokolade langsam abkühlen lassen und erst wenn sie Zimmertemperatur hat kurz in den den Kühlschrank stellen. Dann kann das Schokoladen-Stück in ungleichmäßige Ecken gebrochen serviert werden.

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können! Auch für die äußerliche Anwendung ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden.