Cupcakes mit Japanischem Knöterich und Waldmeister-Frosting

Der Japanischen Knöterich ist eine Wildpflanze, die man mit ihren bis zu vier Meter hohen Stängeln nicht übersehen kann. Er ist aber vor allem berüchtigt, weil er sich großflächig ausbreitet. Seine Verwandtschaft zum Rhabarber ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber er lässt sich ähnlich wie dieser in der Küche verwenden, was spannende Möglichkeiten bietet.

Der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) ist keine Pflanze, die bei uns heimisch ist. Er stammt ursprünglich aus Asien und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeführt, um ihn als Viehfutter zu nutzen. Die Verwendung als Viehfutter hat sich jedoch nicht bewährt und nicht bedacht hatte man, dass diese Pflanze sich ausgesprochen erfolgreich vermehrt und man ihr keinen Einhalt gebieten kann. Der Japanknöterich, wie er auch genannt wird, vermehrt sich vor allem durch sehr starke Rhizome, die bis zu 2 Meter tief in der Erde wachsen und aus den kleinsten Teilen wieder neue Stängel hervorbringen.

Außer durch Rhizome vermehrt sich dieser Knöterich auch mit Hilfe von Samen, die er in großen Mengen produziert. Durch diese erfolgreichen Fortpflanzungs-Strategien wird der Japanische Staudenknöterich an vielen Orten in Mitteleuropa zum großen Problem. Er breitet sich kilometerweit aus, vor allem entlang von Straßen und Gewässern und gehört deshalb zu den invasiven Nephyten, den nicht heimischen Pflanzen, die sich aggressiv vermehren und dabei die heimischen Pflanzen verdrängen.

Diese Pflanze ist in unseren Breitengraden ein großes Problem, und genau deshalb bietet sie sich zum Ernten an. Während andere Wildpflanzen nur mit Bedacht und in kleinen Mengen geerntet werden dürfen, um ihren Bestand nicht zu gefährden, kann man beim Japanischen Staudenknöterich keinen Schaden anrichten.

Und auch wenn er sich invasiv ausbreitet, ist er trotzdem nützlich. Die großen Bestände sind eine wertvolle Bienenweide und werden von vielen Singvögeln als geschützte Brutstätte geschätzt. Außerdem hat er einen sehr interessanten Inhaltsstoff: Resveratrol. Dieser Wirkstoff ist z.B. auch in Weintrauben und einigen Beeren enthalten und wird hinsichtlich verschiedener medizinischer Einsatzmöglichkeiten, z.B. in der Therapie von Krebs- und Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Altzheimer und einigen anderen Krankheitsbildern intensiv untersucht und teilweise auch schon genutzt. In Japan und China wird der Staudenknöterich in der traditionellen Medizin schon sehr lange verwendet. Also kann man getrost sagen, dass diese Pflanze nicht nur ein Übel, sondern auch ein Segen ist.

Der Geschmack des Japanischen Staudenknöterichs ist ähnlich wie der des mit ihm verwandten Rhabarbers, aber eher milder. Essbar sind die oberen 20-30 cm der jungen Triebe im Frühjahr. Sie sind noch weich und lassen sich leicht abbrechen. Ältere Triebe verholzen und sind dann nicht mehr genießbar, werden aber in Asien traditionell zum Flötenbau, für die Papierherstellung oder als Brennmaterial genutzt. In der Küche lassen sich aus den Triebspitzen wie Rhabarber auch zu Kompott, Konfitüre oder Kuchen verarbeiten.

Japanischer Knöterich-Cupcakes mit Waldmeister-Frosting

Zutaten für 12 Stück:

Ca. 150g  Triebspitzen vom Japanischen Knöterich (ohne Blätter)
140g         Butter, zimmerwarm
120g         Zucker
3                Eier
180g         Dinkel- (Typ 630) oder Weizenmehl (Typ 405)
2 TL         Backpulver
1 MSp      Vanilleschote, gemahlen
1 Prise     Salz
1-2 EL     Zitronensaft

100g        Frischkäse
100g        Butter, weich
3-4 EL    Waldmeister-Sirup

Zubereitung:

Von den Triebspitzen des Japanischen Knöterich die Blätter entfernen. Die verbleibenden fleischigen Stiele in kleine Stücke schneiden.

Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Nach und nach die Eier dazu geben und weiter schaumig rühren.

Das Mehl mit dem Backpulver, dem Salz und der gemahlenen Vanilleschote mischen und dazu geben und alles kurz miteinander verrühren. Zum Schluss den kleingeschnittenen Knöterich und den Zitronensaft untermischen.

Jeweils ca. 1 EL des Teiges in ein Muffin-Förmchen geben. Die Cupcakes im vorgeheizten Backofen bei 175°C 15-20 min backen bis sie leicht gebräunt sind. Anschließend abkühlen lassen.

Für das Frosting die weiche Butter mit dem Frischkäse und dem Sirup gut verrühren. Mit einem Spritzbeutel große Tupfen auf die Cupcakes spritzen.

Natürlich schmecken die Cupcakes auch mit Rhabarber oder Heidelbeeren sehr gut! Der Waldmeister-Sirup im Frosting kann auch mit Holunderblüten-Sirup, einem anderen Sirup oder auch mit flüssigem Honig ersetzt werden.

Wie immer gilt: Wildpflanzen nur dann essen, wenn sie zu 100%ig sicher bestimmt werden können. Ggf. ein Bestimmungsbuch zu Rate ziehen, im Zweifelsfalle lieber auf den Genuss verzichten.