Grüne Soße auf Italienisch – Salsa verde aus Wildkräutern

Zur Osterzeit gehört in vielen Regionen die Grüne Soße auf den Speiseplan (siehe auch Frankfurter Grüne Soße aus Wildkräutern). Das erste Grün sprießt aus dem Boden und kündet das Ende des Winters und das Ende der Fastenzeit an. 

Stellt man sich auch nur ansatzweise einen Winter ohne die Lebensmittel aus dem Supermarkt und aus der Tiefkühltruhe vor, hat man eine ungefähre Ahnung davon, wie köstlich ein einfaches Gericht mit frischen Kräutern um diese Jahreszeit gewesen sein muss! Aber auch heute kann man eine Grüne Soße aus aromatischen jungen Kräutern getrost zu den Delikatessen zählen.

Grüne Soße gibt es nicht nur in Deutschland, denn eine ähnliche Idee hatten auch viele Menschen in anderen Regionen. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag über den Tellerrand schauen und diesmal die italienische Variante der Grünen Soße, die Salsa verde, vorstellen. Es gibt in Italien zwar so wenig DIE Salsa verde, wie es ein einheitliches Rezept für DIE Frankfurter Grüne Soße gibt, aber ein paar Grundzutaten sind charakteristisch. Eine italienische Salsa verde besteht traditionell vor allem aus Petersilie und anderen mediterranen Kräutern wie Basilikum und Oregano. Im Gegensatz zu grünem Pesto enthält sie wenig bis gar kein Öl, statt dessen aber Essig. Häufig wird die Salsa verde auch mit Sardellen und oder Kapern verfeinert, was ihr einen besonders würziges Aroma verleiht. Und auf keinen Fall fehlen darf natürlich der Knoblauch.

Nimmt man für die Salsa verde nun – statt der Petersilie und anderer mediterraner Kräuter – bei uns heimische Frühjahrs-Wildkräuter, bekommt man ein noch aromatischeres Ergebnis aus der crossover Küche. Petersilie ist bei uns, auch wenn sie das bekannteste Küchenkraut in Deutschland ist, nicht heimisch. Sie hat sich noch nicht einmal aus den Kräuterbeeten davon gemacht, wie so manch andere importierte Pflanze. Trifft man bei uns in freier Natur auf etwas, das wie (glatte) Petersilie aussieht, dann ist es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die giftige Hundspetersilie. Wobei die Bezeichnung „Hunds-“ bereits auf die gemeine Verwechslungsgefahr hinweist.

Also nehmen wir doch lieber die bei uns heimischen Wildkräuter wie zum Beispiel Giersch, Gundermann, Scharbockskraut, Sauerampfer, Löwenzahn, Brennnessel, Wiesenlabkraut, , Knoblauchrauke, Vogelmiere und Spitzwegerich. Sie enthalten auch im zeitigen Frühjahr besonders viele wertvolle Mineralstoffe und Vitamine. Und sie sind zuverlässig da, sobald es keinen Schnee oder Dauerfrost mehr gibt – sehr zum Leidwesen der Gärtner, denn das „Unkraut“ ist immer schneller 😉

Die ersten Wildkräuter: Giersch, Sauerampfer, Pimpinelle, Knoblauchrauke, Brennnessel, Gundermann, Wiesenlabkraut, Scharbockskraut

Wildkräuter-Salsa verde

Zutaten für 4 Portionen (als Dip)

100 g          junge Wildkräuter (Blätter und Triebspitzen), insbesondere Giersch, Gundermann, Scharbockskraut, Sauerampfer, Löwenzahn, Brennnessel, Pimpinelle, Wiesenlabkraut, Knoblauchrauke, Vogelmiere und Spitzwegerich

1-5 Zehen  Knoblauch, frisch
1-2 EL         heller Essig, z.B. Aceto balsamico bianco
1 TL            Kapern
2                  Sardellenfilet (nach Belieben)
                    Salz
1 EL            gutes Olivenöl

Zubereitung

Die Wildkräuter waschen und grob zerkleinern (wenn Brennnesseln verwendet werden, diese am besten getrennt von den anderem Kräutern waschen und anschließend kurz mit dem Nudelholz platt rollen oder mit kochendem Wasser überbrühen, damit sie nicht mehr brennen). Dann alle Zutaten zusammen, am besten im Mörser, zu einer feinen Paste verarbeiten. Schneller geht es allerdings mit dem Pürierstab. Die Salsa soll säuerlich-frisch schmecken. Vorsichtig salzen, weil die Kapern und Sardellenfilets bereits salzig sind.

Zum Schluss noch das Olivenöl zugeben. Es wirkt als Geschmacktsträger und rundet die verschiedenen Aromen ab.

Die Wildkräuter-Salsa verde passt zu Fleisch, aber auch zu Würstchen (statt Senf). Außerdem kann man sie auch als Brotaufstrich oder Dip genießen. Und wie die deutsche Variante passt sie natürlich auch zu Pellkartoffeln oder hart gekochten Eiern.

Im Gegensatz zum Pesto, das mit sehr viel Öl hergestellt wird und damit konserviert wird, ist die Salsa verde nicht lange haltbar. Sie kann bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

2 Kommentare zu „Grüne Soße auf Italienisch – Salsa verde aus Wildkräutern“

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