Kirschblüten-Pudding

Für eine kurze Zeit im Frühling setzen die Kirschbäume mit ihren weißen oder rosa Blüten vielerorts ein Meer von lichten Flecken in die Landschaft und verströmen einen mandelartigen Duft.

In Japan ist die Zeit der Kirschblüte ein Ereignis, das eine wichtige traditionelle Bedeutung hat und feierlich begangen wird. Die Kirschblüte steht für Aufbruch, Neuanfang und Schönheit – aber auch für Vergänglichkeit. Im japanischen Kalender markiert sie den Beginn des Frühlings. Bei uns beginnt nach dem phänologischen Kalender (Beobachtung von zu bestimmten Jahreszeiten vorkommenden Phänomenen der Natur) der Vorfrühling, wenn die Schneeglöckchen blühen. Der Erstfrühling tritt mit der Forsythienblüte und der Vollfrühling mit der Apfelblüte ein.

Das ist aber kein Grund, sich nicht auch in unseren Breitengraden an den Kirschblüten zu erfreuen. Auch wenn die Kirsche ursprünglich aus Kleinasien stammt und wahrscheinlich von den Römer nach Europa gebracht wurde, ist sie inzwischen fester Bestandteil unserer Kulturlandschaft und kommt sogar in verwilderter Form vor – häufig in der Nähe von Schlehen-Hecken.

Gerade weil die Kirschblüten so vergänglich sind, ist es ein spannender Gedanke, sie zu konservieren. In Japan werden sie deshalb sehr gerne in Salz und Essig eingelegt (quasi wie Kapern) und so haltbar gemacht. Diese fermentierten Kirschblüten können später zu verschiedenen Köstlichkeiten verarbeitet werden – überwiegend sogar zu süßen Speisen, die dann sehr gut mit den leicht salzigen Blüten und ihrem Bittermandel-Aroma korrespondieren.

Das Einlegen der Kirschblüten ist auf jeden Fall reizvoll, aber auch recht aufwändig, denn man benötigt dafür ziemlich viele Blüten. Deshalb habe ich mich an einem einfachen Rezept versucht, das nur wenige Blüten braucht, sich leicht zubereiten lässt und trotzdem etwas ganz Besonderes ist.

Eine lockerer, weißer Pudding passt zu den zarten Blüten besonders gut. Die Milch für den Pudding wird mit den frischen Kirschblüten aromatisiert, indem sie darin ziehen. Auch so kann man den Duft der Blüten einfangen und ein wenig haltbar machen.

Verwendet werden natürlich nur Blüten von ungespritzten Bäumen, am besten aus dem eigenen Garten. Wie beim Sammeln von Wildpflanzen generell werden die Blüten so geerntet, dass die Bäume nicht geschädigt werden und eine spätere Ernte nicht nennenswert beeinträchtigt. Wer keine Kirschblüten zur Verfügung hat, kann auch Schlehenblüten an wildwachsenden Hecken sammeln. Das ist etwas mühsamer, weil Schlehenblüten kleiner sind als Kirschblüten, aber im Duft und im Geschmack stehen sie den Kirschblüten nicht nach. Hier ist das Rezept:

Kirschblüten-Pudding

Zutaten für 8 kleine Dessert-Portionen:

20 g        Kirschblüten, frisch
700 ml   Milch
50 g        Zucker
40 g        Speisestärke
200 ml   Bio-Schlagsahne (keine H-Sahne)

Zubereitung:

Die frisch gepflückten Kirschblüten zusammen mit der Milch in eine Schüssel geben, die Kirschblüten unterrühren. Die Schüssel abdecken und für mindestens 6 Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank stellen.

Anschließend die Kirschblüten-Milch in einem Topf unter Rühren auf ca. 40 °C erwärmen und wieder auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Dann die Milch durch ein sehr feines Sieb gießen und die Blüten herausfiltern und leicht auspressen.

Von der kalten, aromatisierten Milch ca. 200 ml abnehmen und die Speisestärke darin glatt rühren. Den Zucker ebenfalls zugeben und auflösen. In der Zwischenzeit die restliche Blütenmilch in einem Topf zum Kochen bringen. Wenn die Milch zu Kochen beginnt, die Stärke-Zucker-Mischung unter Rühren dazu geben. Alles zusammen kurz aufkochen und dann vom Herd nehmen. Den Pudding in eine Schüssel geben und mit einem Deckel verschlossen abkühlen lassen.

Wenn der Pudding vollständig ausgekühlt ist, die Schlagsahne sehr steif schlagen und mit einem Schneebesen unter den Pudding ziehen.

Den Kirschblüten-Pudding in kleine Dessertgläser füllen und mindestens für 2 Stunden kalt stellen bis er fest ist. Mit einer Kirschblüte dekorieren.

Der Kirschblütengeschmack ist – im Vergleich zu den üblichen, künstlich aromatisierten Puddings – dezent, aber deutlich zu schmecken. Durch die Sahne wird der Pudding besonders luftig.

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