Brennnessel-Lasagne

Brennnesseln ersetzen bereitwillig den Spinat in dieser abgewandelten Form der klassischen Lasagne al Forno. Sie wird mit fein gewürfeltem Gemüse in würziger Tomatensauce und gedünsteten Brennnessel-Blättern in cremiger Béchamelsauce zubereitet und ist auch ohne Hackfleisch ausgesprochen lecker.

Brennnesseln, insbesondere die weit verbreitete Große Brennnessel (Urtica dioica) sind als Wildgemüse schon seit der Antike hoch geschätzt. Sie können vom Frühjahr bis zum Herbst geerntet werden, aber besonders üppig ist die Ernte im April und Mai, wenn die Pflanzen schon relativ groß, aber noch zart sind. Später im Jahr werden nur noch die Triebspitzen geerntet oder die Pflanzen werden ganz abgeschnitten (und z.B. für Brennnessel-Jauche verwendet), damit sich von unten neue Triebe bilden.

Als Nahrungsmittel für den Menschen sind Brennnesseln vor allem wegen ihres hohen Mineralstoff- und Vitamin-Gehalts sehr wertvoll und sind ein wichtiger Lieferant für pflanzliches Eiweiß und Eisen. Brennnessel-Gemüse war früher in etwa so universell in der Küche einsetzbar wie heute der (meist schon fertig gegarte, tiefgekühlte) Spinat. Mit dem Unterschied, dass die Brennnesseln quasi „frei Haus“ vor der Küchentüre wachsen und frisch geerntet werden können.

Einem alten Brauch nach soll man, wenn man an Gründonnerstag Brennnessel-Gemüse isst, ein Jahr lang keine Geldnot haben. Ob dem so ist oder nicht, muss jede(r) für sich ausprobieren. Sicher ist jedoch, dass man sich das Geld für TK-Spinat sparen und noch dazu seinen ökologischen Fußabdruck verbessern kann, wenn man die Lasagne – und andere Gerichte –  mit Brennnesseln statt mit Spinat zubereitet.

Ein kleines Brennnessel-Beet im Garten erspart auch den eigenen Anbau von Spinat und bildet zugleich eine wertvolle ökologische Nische. Denn für viele Tiere sind die Nesseln eine wichtige Lebensgrundlage. Vor allem viele Schmetterlingsarten leben von den Brennnesseln, darunter Tagpfauenauge, kleiner Fuchs, Landkärtchen und Admiral.

Beim Ernten der Brennnesseln sollte man deshalb auch darauf achten, dass man von einem Bestand genügend für die Insekten stehen lässt und keine Raupen-Nester zerstört. Denn auch wenn die Raupen vielleicht nicht so schön aussehen – eines Tages werden daraus wunderschöne Schmetterlinge!

Nun aber zur Brennnessel-Lasagne. Sie wird wie eine klassische Lasagne mit zweierlei Saucen zubereitet: eine Tomaten-basierte Sauce mit würzigem Gemüse (und ggf. Hackfleisch) und eine Milch-basierte Béchamelsauce. Diese werden abwechselnd zwischen die Nudel-Platten geschichtet. Beim Backen nehmen die Nudeln Flüssigkeit aus den Saucen auf und werden dadurch weich. Die gesamte Lasagne verbindet dann alle Aromen harmonisch miteinander und schmeckt sowohl in der vegetarischen als auch in der veganen Variante ausgesprochen gut.

Auch in anderen Gerichten wie Pfannkuchen-TorteBrennnessel-Quiche und Weißer Bohnensalat mit Brennnessel-Spitzen Weißer Bohnensalat mit Brennnessel-Spitzen lohnt es sich, die gesunde und kostengünstige Spinat-Alternative auszuprobieren.

Brennnessel-Lasagne nach Bologneser Art

Zutaten für 4-6 Portionen:

500g     junge Brennnesseln oder Brennnesselspitzen

Für die Tomaten-Gemüse-Sauce

2-3 EL Olivenöl
1  Zwiebel, groß
1 Stück Knollensellerie
1  Möhre, groß
200g Champignons
1  Lorbeerblatt
4  Knoblauchzehen
500g passierte Tomaten
400g Tomaten, gehackt (aus der Dose)
1 EL Zucker
Salz
Pfeffer

Für die Béchamelsauce

50 g Butter oder Margarine
50 g Mehl
1 l Milch (oder pflanzliche Milch-Alternative)
100 ml Weißwein (alternativ 2 EL Zitronensaft)
1 EL gekörte Gemüsebrühe
1 Prise Muskatnuss, frisch gerieben
Salz
Pfeffer

200g Lasagneplatten

Zubereitung:

Brennnesseln waschen und etwas abtropfen lassen. In einen großen Topf ca. 1 cm hoch Wasser füllen und zum Kochen bringen. Die nassen Brennnesseln hineingeben und den Topf mit einem Deckel verschließen. 3-4 Minuten dünsten, bis die Brennnesseln zusammengefallen sind. Abkühlen und abtropfen lassen.

In einem anderen Topf das Olivenöl erhitzen und die gewürfelten Zwiebeln, Möhren und Selleriestücke hineingeben und unter Rühren anbraten. Dann die gehackten Champignons dazugeben und weiter anbraten.

Nach ein paar Minuten das Gemüse mit dem Rotwein ablöschen, anschließend das Lorbeerblatt, die passierten und gehackten Tomaten sowie den Knoblauch dazugeben.

Den Topf mit einem Deckel verschließen und die Tomaten-Gemüse-Sauce eine Weile bei geringer Hitze kochen lassen. Ggf. nochmal etwas Wasser dazugeben, die Sauce sollte eher flüssig sein.

In einem weiteren Topf die Butter erhitzen, das Mehl mit einem Schneebesen einrühren, bis es dicklich wird. Dann etwa 1/3 der Milch dazugeben und weiterrühren, damit sich keine Klumpen binden.

Dann nach und nach die restliche Milch und den Weißwein unter Rühren dazu geben und eine dünne, leicht cremige Béchamelsauce herstellen. Mit gekörnter Brühe, Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Wenn beide Saucen fertig sind, eine ausreichend große Auflaufform zuerst mit einer dünnen Schicht Tomaten-Gemüse-Sauce füllen, darauf Lasagne-Platten nebeneinander auslegen. Darauf eine Schicht Béchamelsauce geben und die Hälfte der gedünsteten Brennnesseln darauf verteilen. Mit der nächsten Lage Lasagne-Platten belegen, auf die eine Schicht Tomaten-Gemüse-Sauce kommt. Die beiden Saucen, die Brennnesseln und die Lasagne-Platten weiter abwechselnd schichten, mit einer Lage Béchamelsauce enden.

Im Backofen bei 175°C 45-60 Minuten backen, bis die Nudeln weich sind und die Oberfläche der Lasagne leicht gebräunt.

Tipp: Wird die Lasagne am Vortag oder ein paar Stunden bevor sie in den Ofen kommt, vorbereitet, sind die Lasagne-Platten bereits weich und die Backzeit verringert sich auf ca. 30-40 Minuten.

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können! Auch für die äußerliche Anwendung ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden. Unter Schutz stehende Wildpflanzen dürfen nicht gesammelt werden!

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