Quitten-Punsch mit Hagebutten und Kardamom

Ein heißer Punsch ist bei Kälte eine Wohltat, sowohl mit als auch ohne Alkohol. Wenn er nicht nur heiß und süß ist, sondern auch aromatisch, ist er ein echter Genuss. Quittensaft, Hagebutten und Kardamom-Samen ergeben eine spannende Kombination.

Quitten (Cydonia vulgaris) sind ein Allround-Talent, ihre Möglichkeiten gehen weit über das klassische Quitten-Gelee – das durchaus ein kulinarischen Highlight sein kann – hinaus. Besonders in Getränken kommen die vielschichtigen, etwas herben Aromen der Quitte gut zur Geltung.

Ein Punsch mit Quittensaft ist deshalb eine feine Sache, die sich leicht herstellen lässt – vorausgesetzt man hat Quittensaft. Den hat man entweder selbst aus eigenen oder geschenkten Quitten im Herbst gewonnen (siehe „Quittensirup und -Shrub“) oder man kann ihn im gut sortierten Obst- und Gemüsehandel bekommen. Quittensaft aus gekauften Quitten selbst herzustellen lohnt sich eher nicht, denn Quitten sind teuer und der fertige Saft im Vergleich dazu günstiger.

Quitten zählen zu den Rosengewächsen, die Farbe ihrer Schale ist sprichwörtlich quittegelb, der Saft nimmt beim Erhitzen allerdings einen warmen Rotton an.

Hagebutten sind die Früchte diverser Rosen-Arten. Besonders häufig kommt bei uns die Hundsrose (Rosa canina) wild vor. Ihre Früchte kann man theoretisch roh essen, praktisch ist das aber kein Genuss, denn die Früchte sind in der Regel sehr sauer und die feinen Härchen der Samen eignen sich eher als Juckpulver als zum Direktverzehr. Deshalb werden Habebutten meist getrocknet und als Tee zubereitet oder zu Hagebutten-Mus verarbeitet.

Hagebutten enthalten nicht nur sehr viel Vitamin C, sondern auch einige andere wertvolle Vitamine und Mineralien wie Beta-Carotin, Kalzium und Magnesium. Während das Vitamin C bei der Zubereitung allerdings teilweise zerstört wird, bleiben die antioxidativ und anti-entzündlich wirkenden Pektine weitgehend erhalten.

Die Sträucher der Hundsrose können sehr alt werden und tragen jedes Jahr unermüdlich Blüten und Früchte im Überfluss. Blütennektar und -pollen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten, die Früchte liefern den Wintervorrat für kleine Nager wie Eichhörnchen, Mäuse und Kaninchen, aber auch einige Vogel-Arten. Die Dickichte, die Wildrosen oft bilden, bieten den Tieren darüber hinaus Schutz und Lebensraum, selbst im tiefen Winter.

Mit „Kardamom-Samen“ sind in der Regel die getrockneten Früchte des Grünen Kardamoms (Elettaria cardamomum) gemeint, der zu den Ingwer-Gewächsen zählt und wie dieser seine Heimat in tropischen Regionen hat. Kardamom hat in seiner Heimat eine lange Tradition als Heilpflanze, bei uns ist er vor allem als weihnachtliches Gewürz bekannt. Verwendet werden in der Regel die gesamten grünen Samenkapseln, in denen sich kleine, schwarze Samen befinden.

Quitten-Punsch mit Hagebutten und Kardamom

Zutaten für 1 l:

2 EL    Hagebuttenschalen, getrocknet
6          grüne Kardamom-Kapseln
1           Zimtrinde, am Stück (ca. 5 cm)
½        Bio-Zitrone, Saft und Schale
1/2 l     Wasser (oder lieblicher Weißwein)
1/2 l     Quittensaft, ungesüßt
1 EL     Honig (alternativ Zucker)

Zubereitung:

In einem Topf einen halben Liter Wasser (oder Weißwein) zum Kochen bringen. Die Hagebuttenschalen in einem Teefilter in das kochende Wasser hängen (alternativ 2 Teebeutel Hagebutten-Tee) und 5 Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen. Währenddessen die Zimtrinde, die Kardamomsamen und die Schale der Bio-Zitrone dazu geben.

Dann den Quittensaft dazugeben und alles zusammen erhitzen. Bei geringer Hitze 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.

Zum Schluss den ausgepressten Saft der halben Bio-Zitrone und den Honig oder Zucker dazu geben den Punsch abschmecken heiß servieren.

Tipp: zum Quitten-Punsch passt gut ein Stück würziger Käse mit spanischer Quitten-Paste.

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können! Auch für die äußerliche Anwendung ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden.

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