Karamellisierte Haselkätzchen

Die Früchte der „gewöhnlichen“ Hasel (Corylus avellana) kennt jeder, sie sind aus Kuchen und anderen Süßspeisen kaum wegzudenken. Was aber macht man mit den Haselkätzchen, die bereits ab Januar an den Haselsträuchern wachsen? Wie bei vielen heimischen Wildpflanzen wurde von der Hasel früher deutlich mehr genutzt als nur die Nuss. Zwar werden die Früchte seit Jahrtausenden von Menschen und Tieren besonders geschätzt, weil sie so nährstoffreich sind, aber auch Blätter und Blüten wurden als Nahrungs- und Heilmittel verwendet.

Die Haselkätzchen sind die männlichen Blüten des Haselstrauchs. Sie fallen im ansonsten oft noch grauen Winter durch ihre gelb-grüne Farbe auf – lange, bevor die Blätter erscheinen oder gar die Früchte. Die weiblichen Blüten sind dagegen so winzig, dass wir sie normalerweise gar nicht wahrnehmen. Dabei wirken sie mit ihren rosa bis roten, zierlichen Blüten eigentlich schon fast exotisch.

Möchte man Haselkätzchen ernten, kann man den Strauch also nicht an den Blättern oder Früchten erkennen, sondern muss sich auf andere Merkmale achten. Der Haselstrauch gehört zur Familie der Birkengewächse, zu denen außer den Birken auch die Buchen und Erlen gehören. Von diesen bilden einige Arten ebenfalls ähnliche „Kätzchen“ aus.

Deshalb ist es hilfreich, nach den winzigen weiblichen Blüten zu schauen. Sie sehen aus wie Knospen mit einem roten Haarschopf, dem Stempel. Aber auch die Rinde des Haselstrauches kann weiterhelfen. Die Zweige sind graubraun bis olivgrau und matt, sie haben eine waagerechte Struktur. Die männlichen Blüten, die Haselkätzchen, sind etwa 8-10 cm lang. Meist bekommt man beim Pflücken gelbe Hände von den Pollen, die – sehr zum Leidwesen der Allergiker – schon bei einem leichten Windstoß aus den Haselkätzchen heraus fallen.

Die Haselkätzchen werden volksmedizinisch unter anderem als Tee verwendet. Er wirkt schweißtreibend und fiebersenkend und wird deshalb gerne bei Erkältungskrankheiten angewendet. Dafür werden ca. 2 Teelöffel getrocknete Haselkätzchen mit 1/4 l Wasser aufgebrüht.

Aber auch kulinarisch lassen sich die Haselkätzchen nutzen und so die Wartezeit bis zur Ernte der Früchte im Herbst überbrücken.

Die Haselkätzchen schmecken roh etwas dumpf, aber auch nussig. Der nussige Geschmack lässt sich durch kurzes Karamellisieren mit Butter und Honig intensivieren. Früher wurden die Haselkätzchen in großen Mengen gesammelt, getrocknet und gemahlen zum Strecken von Getreidemehl verwendet.

Karamellisiert Haselkätzchen

Zutaten:

1 Hand voll frischer Haselkätzchen
1 TL              Butter
1 TL              Imkerhonig (z.B. von Sommerblüten)

nach Belieben: cremiger Natur-Joghurt

Zubereitung:

Die Butter in einer kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, dann die Haselkätzchen dazu geben und unter Wenden so lange braten, bis sie leicht gebräunt sind. Dann den Honig dazu geben und alles gut verrühren. Wenn der Honig beginnt zu karamellisieren, die Pfanne vom Herd nehmen und die Haselkätzchen auf einen Teller kippen.

Wenn das Haselkätzchen-Karamell abgekühlt ist, kann es nach Belieben in kleine Stück geschnitten bzw. gehackt werden. Es passt sehr gut zu einem cremigen Natur-Joghurt oder als Topping zu Desserts, Kuchen und sogar Salaten.

Die karamellisierten Haselkätzchen sind, in einer Dose verpackt, mindestens eine Woche haltbar.

Tipp: wen die Optik der Haselkätzchen beim Braten irritiert (sie sehen aus wie Würmer ;-), schneidet sie einfach vorher klein.