Tannennadel-Gewürzsalz

Sind Weihnachtsbäume essbar? Grundsätzlich ja, denn die immergrünen Blätter der heimischen Nadelbäume sind ungiftig. Zumindest, wenn sie nicht mit Pestiziden belastet sind, was bei vielen importierten Weihnachtsbäumen leider der Fall ist. Heimische, unbehandelte Nadelbäume sind dagegen vielseitig verwendbar und können dem Weihnachtsbaum ein Upcycling bescheren.

Während im Frühjahr die noch jungen Triebe von Tannen, Fichten und anderen Kieferngewächsen zu Delikatessen wie Maiwipfel-Sirup, Bier und Pesto verarbeitet werden, stehen im Winter die ausgereiften Triebspitzen zur Verfügung. Sie haben ein harziges Aroma, das außerdem viele weitere Nuancen, vor allem in Richtung Zitrusfrüchte, haben kann. Deshalb sind sie auch eines der unverzichtbaren „Botanicals“ in vielen Gin-Sorten, können aber auch zur Herstellung von Tee, Hustensaft oder Eiscreme verwendet werden. Als Badezusatz ist uns der Duft der Fichtennadeln in der Regel am ehesten bekannt, aber die ätherischen Öle der Evergreens eignen sich auch für andere Kosmetik wie Haarwasser und Salbe.

In einem Gewürzsalz übernehmen sie den waldig-erdigen Part und erinnern ein wenig an Rosmarin. Kombiniert man sie mit Hagebutten, Nüssen, Schafgarben-Blüten, Brennnesselsamen und Orangenschale, ergibt sich eine wundervolle aromatische Vielfalt. Hagebutten bringen Säure mir, Nüsse und geröstete Brennnessel-Samen steuern ein nussiges Aroma bei, Scharfgarben-Blüten besitzen einen herben Geschmack und Orangenschalen tragen mit ihrer Fruchtigkeit zu einer runden Kompositon bei.

Tannennadel-Salz

Zutaten:
100g     Meersalz
3 EL      Tannen- oder Douglasiennadeln, unbehandelt
2 EL      Brennnessel-Samen
2 EL      Schafgarben-Blüten
1 EL      Walnusskerne
1             Orange, die Schale davon, getrocknet
1 EL      Hagebutten-Schalen, getrocknet

Zubereitung:

Die Tannennadeln von den Stielen streifen und zusammen mit dem Salz, den Hagebuttenschalen und der getrockneten Orangenschale in einen elektrischen Mixer (alternativ: Mörser) geben. So lange hacken, bis alles gut zerkleinert, aber nicht zu fein ist.

Zuerst die Walnusskerne und anschließend die Brennnessel-Samen in einer kleinen Pfanne trocken rösten, bis sie duften.

Die gerösteten Walnusskerne und die Schafgarben-Blüten zur Salz-Mischung dazu geben und alles nochmal zerkleinern. Die gerösteten Brennnessel-Samen dazu geben und untermischen (nicht mehr zerkleinern).

Das Tannennadel-Salz in ein verschließbares Glas oder anderes geeignetes Gefäß geben.

Achtung: nur immergrüne Nadelbäume verwenden, wenn sie ganz sicher bestimmt werden können. Auf keinen Fall die Nadeln von Eiben essen, sie sind giftig!

Die Tannennadeln kommen am besten von einem Baum aus dem eigenen Garten, einem zuverlässig unbehandelten, regionalen Weihnachtsbaum oder (in kleinen Mengen) aus dem Wald.

Die Mengenverhältnisse im Tannennadel-Salz können variiert werden, je nach Verfügbarkeit und Geschmack.

Das Tannennadel-Salz passt zu vielen verschiedenen Speisen. Am besten kommt das Aroma auf einem guten Brot mit Butter, Frischkäse oder Olivenöl zur Geltung. Auch Pellkartoffeln und Backofen-Gemüse erhalten damit eine besondere Note.

Eine weitere Möglichkeit für Weihnachtsbaum-Upcycling ist die Nutzung als Aufhänger aus Tannenbaum-Spitzen.