Frühlings-Wildkräuter-Frischkäse

Mit den ersten warmen Tagen beginnen die ersten Wildkräuter zu sprießen. Das ganz junge Grün ist besonders aromatisch, weil die Inhaltsstoffe konzentriert sind. Außerdem hatten die die jungen Triebe und Blätter noch keine Zeit zum Verholzen und sind deshalb zarter als später im Jahr.

Die Frühjahrskräuter lassen sich vielseitig verwenden. Sehr gut zur Geltung kommen sie aber oft auch in ganz einfachen Zubereitungen, zum Beispiel mit Frischkäse.

Am besten wird das zarte Grün am Vormittag geerntet, weil es dann noch frisch ist. Wird es an einem sonnigen Tag erst später gesammelt oder welkt es beim Transport nach Hause ein wenig an, kann man es mit einem einfachen Trick wieder knackig machen: die Kräuter in einer Schüssel mit kaltem Wasser gut waschen und dann nur leicht abtropfen lassen. Die tropfnassen Kräuter in einer verschließbare Dose geben und mindestens für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Am besten werden die Blätter und Triebe einzeln gepfückt oder mit einem kleinen, scharfen Messer abgeschnitten. So vermeidet man, dass auch Blätter von anderen Pflanzen versehentlich zwischen die Wildkräuter geraten.

Es gibt sehr viele junge Wildkräuter, die sich im Frühjahr für die Zubereitung eines Kräuter-Frischkäses eignen. Entscheidend ist, dass die Pflanzen sicher bestimmt werden können, denn das ist gerade im Frühjahr nicht ganz einfach. Die zarten Blätter können auf den ersten Blick denen von giftigen Doppelgängern ähneln und oft sind noch keine Blüten in Sicht, die bei der Bestimmung weiterhelfen. Deshalb ist es ausgesprochen wichtig, nur die Wildpflanzen zu sammeln, bei denen man sich 100% sicher ist.

Am besten geht das mit den bekannten Unkräutern wie Löwenzahn, Spitzwegerich, Giersch und Gundermann. Für das nachfolgende Rezept wurden außerdem Blätter und Triebspitzen von Pimpernell, Wiesen-Labkraut, Scharbockskraut, Feldsalat, Sauerampfer und Knoblauchrauke verwendet. Aber auch Schafgarbe und Vogelmiere passen zum Beispiel gut dazu. Die verschiedenen Aromen der Wildpflanzen passen in der Regel zusammen und ergänzen sich harmonisch.

Im rechten Bild von links oben nach rechts unten:

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) – champignonartig
Pimpernell/Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor) – nussig
Löwenzahn (Taraxacum officinale) – bitter
Giersch (Aegopodium podagraria) – möhrenartig
Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) – rucola-artig
Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) – leicht scharf
Feldsalat (Valerianella) – salatartig
Sauerampfer (Rumex acertosa) – säuerlich
Gundermann (Glechoma hederaea) – minzig-herb
Knoblauchrauke (Allaria petiolata) – knoblauchartig

Frühlings-Wildkräuter-Frischkäse

Zutaten:

250g                Frischkäse, natur (am besten Doppelrahmstufe)
1 Handvoll   frische Wildkräuter (siehe oben)
                          ein wenig Salz

Zubereitung

Die Wildkräuter gut waschen und dann trocken schütteln oder schleudern. Mit einem scharfen Messer sehr fein hacken (und dabei am besten schon den Duft genießen, der beim Schneiden entsteht). Die gehackten Kräuter mit dem Frischkäse mischen und mit wenig Salz abschmecken.

Schmeckt vielleicht am Anfang etwas ungewohnt, weil der Geschmack anders ist als der standardisierte Geschmack der Lebensmittel-Industrie. Ist aber auf jeden Fall lecker und enthält darüber hinaus auch noch viele Vitamine und Mineralstoffe, won die saisonalen Kreationen aus dem Kühlregal nicht mithalten können.