Apfel-Tarte Tatin mit Wilde Möhre-Samen

Die Wilde Möhre ist eine der besonders häufig vorkommenden Wildpflanzen und ist doch weitgehend unbekannt. Dabei hat sie viel zu bieten, denn sowohl die Wurzeln als auch die Blüten und Samen sind essbar. Die Samen der wilden Möhre können sowohl für herzhafte als auch für süße Gerichte verwendet werden. Einer Apfel-Tarte Tatin geben sie zum Beispiel einen kleinen zusätzlichen Aroma-Kick.

Wegen ihrer großen, filigranen Doldenblüte, die an ein Spitzendeckchen erinnert, wird die Wilde Möhre (Daucus carota) im englischen Sprachraum auch „Queen Anne Lace“ genannt. Das klingt wesentlich charmanter als „Wilde Möhre“ und wird der – bei genauerer Betrachtung – faszinierenden Pflanze eher gerecht.

Die Dolden mit den zierlichen Blüten haben in der Mitte meist eine dunkelrot bis schwarze, große Blüten. Sie sieht von Weitem wie ein Insekt aus und lockt deshalb weitere Insekten an, die der Wilden Möhre als Bestäuber dienen. Das funktioniert sehr effizient, denn nach kurzer Blütezeit reifen zahlreiche Samen. Die Dolde schließt sich dann zu einer charakteristischen Vogelnest-Form. Dort können die Samen in Ruhe reifen, ohne dass sie gefressen oder vom Wind davon geweht werden. Erst wenn sie vollständig ausgereift sind, öffnet sich die Dolde wieder.

Als Doldenblütler ist die Wilde Möhre mit Kümmel, Fenchel und Anis verwandt, die ebenfalls sehr aromatisch sind. Der Geschmack der Wilden Möhre-Samen variiert je nach Reifegrad und erinnert an Zitrusschale, Lakritz und natürlich auch an Möhre.

Als Vorfahre unserer Kultur-Möhren hat die Wilde Möhre ebenfalls eine dicke Wurzel, die sich ähnlich wie Möhren als Gemüse zubereiten lässt. Auch Kaffee-Ersatz lässt sich daraus herstellen. Volksmedizinisch wurde die Wilde Möhre ähnlich wie Kümmel, Fenchel und Anis verwendet. Sie wirkt entblähend und entwässernd, sollte aber von Schwangeren gemieden werden.

Beim Sammeln der Wilden Möhre ist unbedingt besondere Sorgfalt angebracht, denn es gibt viele ähnliche Doldenblütler, die zum Teil auch ziemlich giftig sind. (Siehe auch Wildpflanzen sammeln).

Die Samen der Wilden Möhre kommen in der Tarte Tatin besonders gut zur Geltung, weil sie in Zucker, Butter und dem Saft der Äpfel leicht karamellisiert werden und sich der aromatische Geschmack so mit den Äpfeln verbindet.

Apfel Tarte Tatin mit Wilde Möhre-Samen

Zutaten für 1 Tarte:

Selbst gemachter Tarte-Teig:

200g     Mehl
100g     Butter, kalt
1           Eier
75g       Zucker
1 Prise Salz

Belag:

500g     Äpfel (z.B. Elstar)
2-3 EL  Zucker
40g       Butter
2 EL     Wilde-Möhre-Samen, grün, aus der Dolde gezupft
2-3        Blütendolden von der Wilden Möhre

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarte-Boden einen Mürbteig herstellen (siehe Apfel-Tarte-Rosette)

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Eine Quicheform (oder eine andere flache Form mit einem Durchmesser von 35 – 40 cm) mit der in kleine Stückchen geschnittenen Butter in den Backofen stellen, bis die Butter geschmolzen ist. Über der geschmolzenen Butter den Zucker und die Samen der Wilden Möhre gleichmäßig verteilen. Die Äpfel vierteln, entkernen und schälen. Die Viertel längs in schmale Scheiben teilen und diese fächerförmig im Kreis in die die Quiche-Form legen.

Anschließend den Tarte-Teig nochmals durchkneten, im Durchmesser der Form ausrollen und auf die Apfelscheiben legen. Eventuell passend zuschneiden und am Rand etwas nach unten in die Form drücken. Mit einem spitzen Messer ein paar kleine Einstiche in den Teig machen, damit beim Backen die heiße Luft entweichen kann.

Die Tarte für 20 – 30 Minuten backen, bis der Teig leicht gebräunt und knusprig ist. Die Apfelscheiben sollen in dieser Zeit im Zucker leicht karamellisieren.

Nach dem Backen die Quicheform mit einer großen Kuchenplatte (besser: eine Platte mit einen kleinen Rand) abdecken, beides mit Topflappen anfassen und umdrehen. Die Tarte sollte sich problemlos aus der Form lösen (um ganz sicher zu gehen, kann man die Quiche-Form vorher auch mit Backpapier auslegen).

Die Tarte Tatin kurz abkühlen lassen und lauwarm mit frisch geschlagener Sahne servieren.