Eichel-Kaffee

Kaffee aus Eicheln? Natürlich kann man keinen echten Kaffee aus Eicheln machen, aber eine von vielen Kaffee-Ersatz-Varianten. Kaffee-Ersatz kann aus Früchten, Samen oder Wurzeln von Wildfrüchten hergestellt werden. Wichtig für den Geschmack ist ein relativ hoher Anteil an Stärke und Aromen in den jeweiligen Pflanzenteilen. Durch Rösten kommt der kaffee-artige Geschmack dazu, Koffein ist aber nicht enthalten.

Streng genommen ist Kaffee-Ersatz aus Eichen-Früchten eher ein Tee als ein Kaffee, denn er wird wie Tee mit kochendem Wasser übergossen und muss dann ziehen. Da die Farbe und der Geschmack aber dem von Kaffee ähnlicher sind als dem von Tee, wird dieser „Heißwasser-Auszug“ umgangssprachlich Kaffee genannt.

Vor allem in Zeiten, in den echter Kaffee entweder überhaupt nicht erhältlich oder sehr teuer war, gab es zahlreiche Methoden, um sich einen Ersatz zu schaffen oder die sündhaft teuren Kaffeebohnen mit Hilfe von Pflanzenteilen zu strecken. Diese wurden dann oft als Kaffee-Surrogat bezeichnet, womit ein (minderwertiger) Ersatz gemeint ist. Die Minderwertigkeit bezieht sich aber vor allem auf den Preis, denn hinsichtlich der Inhaltsstoffe kann ein Surrogat durchaus wertvoll sein. Und wer Koffein nicht verträgt oder meiden soll, ist mit einem koffeinfreien Getränk ohnehin besser bedient.

Am besten geeignet für den Eichel-Kaffee sind die Früchte der Stieleiche (Quercus robur). Sie können je nach Standort unterschiedlich groß sein und auch Inhaltsstoffe wie z.B. Gerbstoffe (vor allem Tannine) können variieren. Es lohnt sich also, erst einmal eine kleine Menge der gesammelten Eicheln zuzubereiten, um den Geschmack zu testen. Manche Sorten enthalten weniger Gerbstoffe, andere mehr. Je nach dem kann es sinnvoll sein, die Eicheln vor der weiteren Verarbeitung zu wässern, um ihnen wasserlösliche Gerbstoffe zu entziehen. Gerbstoffe sind für einen herben, stumpfen Geschmack verantwortlich. Eicheln haben ein nussiges Aroma, weshalb sie sich auch zum Backen eignen.

Eichel-Kaffee (Kaffeesurrogat)

Zutaten für 100g:

200g    Eicheln, frisch

Zubereitung:

Die äußere Schale der Eicheln auf einer Seite längs einschneiden, die beiden „Kappen“ abschneiden und die Schale entfernen. Dabei geht die dünne braune Haut im Idealfall mit ab, ansonsten sollte sie mit dem Messer zumindest größtenteils entfernt werden. Die Eicheln dann längs halbieren, jede Hälfte in ca. 6 Stücke schneiden (nochmals längs halbieren und quer dritteln).

Die Eichel-Stücke in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Wenn sich das Wasser gelblich verfärbt, durch ein Sieb abgießen und nochmals mit kochendem Wasser übergießen. Wenn das Wasser klar bleibt, die Eicheln durch ein Sieb abgießen und auf einem sauberen Geschirrtuch abtropfen lassen.

Die gewässerten Eichel-Stücke in einer unbeschichteten Pfanne (am besten aus Gusseisen oder Eisen) bei mittlerer Temperatur rösten. Dabei mit einem Kochlöffel aus Holz häufig wenden, so dass die Eichel-Stücke möglichst gleichmäßig von allen Seiten gebräunt werden. Wie stark die Eicheln geröstet werden, hängt von persönlichen Geschmack ab. Je dunkler die Röstung ist, desto stärker tritt das Röstaroma in den Vordergrund.

Die gerösteten Eichel-Stücke in einer manuellen oder elektrischen Kaffeemühle fein mahlen.

Pro Tasse (ca. 250 ml) 1-2 TL Eichel-Pulver in eine Kanne geben und mit der entsprechenden Menge kochendem Wasser übergießen. Je nach Geschmack 5-10 min ziehen lassen, dann durch ein feines Sieb in Tassen gießen. Am besten eignet sich eine French-Press-Kanne. Darin kann der Kaffee aufgegossen und nach der Ziehzeit genossen werden. Ein Kaffee-Filter eignet sich nicht, weil die Eicheln relativ viel Fett enthalten und sich die Poren des Filtern sofort zusetzen.

Der Eichel-Kaffee kann wie Bohnenkaffee mit Milch und Zucker getrunken werden. Mit einer Prise Zimt pro Tasse kann der nussige Geschmack ergänzt werden.