Wilder Hopfen ist in unseren Breitengraden weit verbreitet und er wächst rasant. Die jungen Triebspitzen der Hopfenpflanzen sind weich und aromatisch. Zusammen mit Spargel sind sie eine gelungene Kombination auf dem frühsommerlichen Speiseplan.


Vor ein paar Jahren dachte ich, dass es ganz nett wäre, eine Hopfenpflanze im Garten zu haben, die sich um einen Rank-Obelisken aus Haselruten rankt. Was ist nicht bedacht hatte ist, dass sich der Hopfen nicht mit dem für ihn gedachten Obelisken begnügen würde, sondern in Windeseile im Frühsommer das ganze Beet und die umstehenden Sträucher erklimmt. Der Wilde Hopfen (Humulus lupulus) erreicht dabei Höhen von bis zu 6 Metern, die Zuchtformen sogar bis zu 8 Metern.
Aus gutem Grund bekommt er deshalb im landwirtschaftlichen Anbau Rankhilfen; als Schlingpflanze nimmt er sich, was er finden kann, um sich daran in Richtung Licht zu bewegen. Die raue Beschaffenheit seiner Stängel hilft ihm dabei zusätzlich. Wenn man verhindern möchte, dass er den gesamten Garten vereinnahmt, muss man ihn zügeln. Und das lässt sich kulinarisch gut nutzen, indem man die jungen Triebe – bevor sie in unerreichbare Höhen entschwinden, erntet und genießt.


Damit sie gut essbar sind, müssen die Triebspitzen noch so weich sein, dass sie sich ganz einfach mit den Fingern abbrechen lassen. Sie sind dann, je nach Jahreszeit, ca. 20 cm lang.
Die Triebspitzen werden dann in einer Pfanne bei moderater Hitze in Olivenöl kurz angebraten und anschließend mit etwas Fleur de Sel und nach Belieben auch einem Hauch frisch gepresstem Knoblauch gewürzt.
Für den Spargelsalat wird – aus optischen Gründen – am besten dicker, weißer Spargel verwendet, der nach dem Schälen diagonal in ca. 1,5 cm dicke Stücke geschnitten wird.


In einer (gusseisernen) Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Spargelstücke hineingeben. Wenn der Spargel unter Rühren leicht beginnt zu bräunen, ein wenig Salz, Zucker und Chiliflocken dazu geben. Weiter rühren, bis die Stücke von allen Seiten gleichmäßig Farbe angenommen haben und leicht karamellisieren.


Wenn die Spargelstücke gebräunt und gar sind (sie sollen allerdings leicht bissfest bleiben), den Inhalt der Pfanne in eine Schüssel füllen. Den Spargel mit etwas mildem Essig beträufeln und mit frisch gemahlenem Pfeffer und ggf. noch etwas Salz abschmecken. Dann die gebratenen Hopfenspitzen darauf verteilen und den Salat am besten noch lauwarm anrichten.


Zutaten für 2 Portionen:
1 Bund Hopfenspitzen
Olivenöl
Fleur de Sel (oder anderes Salz)
eine kleine Zehe frischer Knoblauch, frisch gepresst (nach Belieben)
500g weißer Spargel (möglichst dick)
Olivenöl
Salz
Zucker
Chiliflocken
milder Essig (z.B. Balsamico oder heller Fruchtessig)
Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Auch Spaghetti schmecken mit gebratenen Hopfenspitzen sehr gut! Oder, wenn man genügend junge Triebspitzen des Hopfen hat, kann man diese auch wie Spaghetti verwenden und z.B. mit einer Zitronen-Knoblauch-anrichten. Dort findet sich auch noch mehr Info über diese sehr häufig vorkommende und doch oft übersehene Wildpflanze.
Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen und andere Pflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können!
Auch für die äußerliche Anwendung von Wildpflanzen ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden.
Außerdem unbedingt die Vorschriften zum Naturschutz beachten und nur nachhaltig sammeln! Unter Schutz stehende Wildpflanzen dürfen nicht gesammelt werden!
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