Gebratene Spitzwegerich-Knospen

So unscheinbar Spitzwegerich-Knospen sind, so lecker schmecken sie doch. Denn die kleinen, noch fest geschlossenen Knospen haben einen feinen Geschmack von Champignons.

Dass die Blätter des Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ein gutes Wiesenpflaster und Erste-Hilfe bei Insektenstichen sein können, ist recht bekannt. Dass die Knospen des Spitzwegerich essbar und dazu auch noch sehr schmackhaft sind, ist dagegen kaum bekannt.

Auf naturbelassenen Wiesen kann man Spitzwegerich von Mai bis Juli nicht nur junge Blätter, sondern auch zarte Blütenknospen ernten. Spitzwegerich-Pflanzen treiben aus der Mitte der Blattrosette immer wieder neu aus, eine Pflanze hat in dieser Zeit deshalb auch meist Knospen, Blüten, und reife Samen gleichzeitig.

Gesammelt werden für kulinarische Zwecke nur die zarten, noch vollständig geschlossenen Knospen. Sobald die ersten weißen, winzigen Blüten am unteren Rand erscheinen, werden die Knospen trockener, zäher und sind nicht mehr so aromatisch.

Auf einer artenreichen Wiese mit Spitzwegerich-Bestand hat man eine Handvoll oder auch mehr schnell gesammelt. Wie bei allen anderen Wildpflanzen auch, sollte aber immer nur eine kleine Menge gesammelt werden, denn die unscheinbaren Blüten der Wegeriche sind eine wichtige Nahrungsquelle für  Wildbienen und vor allem für viele Schmetterlingsarten. Die ausgereiften Samen sind später Futter für Vögel und andere Tiere.

Zubereitet werden die Spitzwegerich-Knospen ganz einfach, indem sie mit einer fein gewürfelten Schalotte oder kleinen Zwiebel zusammen in Butter oder Öl angebraten und anschließend leicht gesalzen werden.

Als kleine Vorspeise kann man die gebratenen Spitzwegerich-Knospen zum Beispiel auf einer Scheibe Brot genießen oder mit Frischkäse mischen.

Sehr gut schmecken sie auch in einem Risotto, wo sie Pilze ersetzen:

Spitzwegerich-Risotto

Das gebratene Wildgemüse lässt sich aber auch sehr gut mit Eiern kombinieren, zum Beispiel mit Rührei. Ein Rezept, das sich prima für die Camping- oder Wilde Küche eignet!

Die Bezeichnung des Spitzwegerich als „Wiesenpflaster“ verdankt die Pflanze übrigens den vor allem in ihren Blättern enthaltene antibakteriellen und blutstillenden Wirkstoffen, weshalb sie 2014 zur „Arzneipflanze des Jahres“ ernannt wurde.

Aus den Blättern kann man außerdem einen Sirup herstellen, der zur Behandlung von Erkältungssymptomen wie z.B. Husten verwendet wird:

Spitzwegerich-Erdkammersirup

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können! Auch für die äußerliche Anwendung ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden. Unter Schutz stehende Wildpflanzen dürfen nicht gesammelt werden!

%d Bloggern gefällt das: