Spitzwegerich-Erdkammersirup

Gegen Erkältungen ist mehr als ein Kraut gewachsen, der Spitzwegerich gehört dabei zu den wichtigsten. Besonders als Sirup wird er gerne eingenommen. Die traditionelle Zubereitung als Erdkammersirup ist besonders geeignet, um die wertvollen Inhaltsstoffe schonend zu extrahieren.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist in der Volksheilkunde nicht wegzudenken, inzwischen sind seine Inhaltsstoffe auch wissenschaftlich erforscht. Wegen seiner Bedeutung als Arzneipflanze wurde der Spitzwegerich 2014 zur „Heilpflanze des Jahres“ ernannt. Dabei stand die antibakterielle Wirkung im Vordergrund, die den Spitzwegerich auch für die Behandlung kleiner Wunden qualifiziert und ihm den Beinamen „Wiesenpflaster“ eingebracht hat. Außerdem enthält er unter anderem Schleimstoffe, die bei der Behandlung von Infekten der oberen Atemwege hilfreich sind.

Zur Herstellung eines Spitzwegerich-Sirups werden in der Regel die Blätter mit heißem Wasser aufgegossen. Dieser mehr oder weniger intensive Tee wird anschließend mit Zucker oder Honig zu Sirup verkocht. Auf diese Weise wird allerdings ein Teil der wertvollen Inhaltsstoffe durch das Erhitzen zerstört, außerdem werden die Wirkstoffe mit Wasser verdünnt.

Einfacher und direkter können die Inhaltsstoffe des Spitzwegerich aus den Blättern gewonnen werden, wenn sie direkt mit Zucker oder Honig ausgezogen werden. Der Zucker löst sich durch den Pflanzensaft langsam auf und konserviert gleichzeitig den entstehenden Sirup. Am besten funktioniert diese traditionelle Herstellungsweise in einer gleichmäßig kühlen Umgebung. Dafür wurde das Gefäß früher für ca. 12 Wochen in ein mindestens 50 cm tiefes Erdloch gestellt.

Das Vergraben in der Erde sollte außerdem die Kräfte von Mutter Erde auf den Sirup übertragen und damit die Heilwirkung verstärken. Es ist auch heute noch ein schönes Ritual, aber auch in einem kühlen Kellerraum gelingt der Spitzwegrich-Erdkammersirup sehr gut.

Spitzwegerich Erdkammersirup

 Zutaten pro Portion:

1 Teil   frische Spitzwegerich-Blätter
1 Teil   Zucker (weiß oder braun), alternativ regionaler Honig

Hinweis: Gemessen werden die Volumen der Zutaten (z.B. Tassen); das entspricht einem Gewichtsanteil von ca. 1:4.

Zubereitung:

Die Spitzwegerich-Blätter waschen und trockenschleudern, dann kleinschneiden.

Ein sauberes Einmachglas in passender Größe schichtweise mit den kleingeschnittenen Kräutern und dem Zucker bzw. Honig füllen.

Das Glas gut verschließen und in eine Plastiktüte geben, die ebenfalls verschlossen wird. Im Garten ein ca. 50 cm tiefes Loch graben. Das gefüllte Einmachglas hineingeben. Mit einem Holzbrett abdecken und die Erde wieder auffüllen. Die Stelle markieren.

Nach ca. 3 Monaten bzw. Vollmonden den Kräuter-Zucker-Kaltauszug wieder ausgraben. Die Mischung durch ein feines Sieb laufen lassen und den gefilterten Sirup in kleine Flaschen oder Gläser abfüllen.

Alternativ kann der Erdkammer-Sirup auch in einem kühlen, dunklen Kellerraum gelagert werden.

Der Spitzwegerich-Erdkammersirup kann pur eingenommen werden, er kann aber auch mit Wasser verdünnt oder mit Quark oder Joghurt gemischt werden.

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können! Auch für die äußerliche Anwendung ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden.