Spitzwegerich-Risotto

Der unscheinbare Spitzwegerich ist nicht nur eine ausgesprochene vielseitige Heilpflanze, sondern auch eine kulinarisches Wildgemüse. Essbar sind nicht nur die frischen, grünen Blätter, sondern auch die Knospen. In einem sämigen Risotto kommen beide Pflanzenteile zur Geltung.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist ein weit verbreitetes Wildkraut, das bei uns in Europa heimisch ist. Wie die anderen Wegerich-Arten – z.B. Breitwegerich und Mittlerer Wegerich – verdankt er seinen Namen der Vorliebe für Wege und Wegränder. Das liegt vor allem an seiner erfolgreichen Vermehrungs-Strategie: der Wegerich bildet kleine Samen, die bei Nässe aufquellen und eine gallertartige Hülle bilden. Diese haften sehr gut an Füßen, Pfoten, Rädern etc. und werden deshalb entlang häufig benutzter Wege verbreitet. Aber auch in Wiesen ist der Spitzwegerich häufig in der Gesellschaft anderer Wildkräuter anzutreffen.

Der Spitzwegerich zählt zu den bekannteren Wildkräuter. Er ist sehr leicht an seinen langen, schmalen Blättern zu erkennen, die durch 5 markante Rippen auf der Rückseite gekennzeichnet sind. Die Blätter werden auch als „Wiesen-Pflaster“ bezeichnet, denn sie können bei Insektenstichen, kleinen Wunden und Sonnenbrand einfach und wirkungsvoll eingesetzt werden. Das liegt an verschiedenen Inhaltsstoffen der Blätter, die eine juckreizstillende, entzündungshemmende, antibakterielle, blutstillende und wundheilungsfördernde Wirkung haben.

Wegen der antibakteriellen und blutstillenden Wirkstoffe wurde der Spitzwegerich zur „Arzneipflanze 2014“ gewählt.

Aber auch innerlich angewandt ist der Spitzwegerich ein bekanntes pflanzliches Heilmittel, vor allem als Tee oder Sirup bei Erkältungen, insbesondere Katarrhen der oberen Atemwege.

Medizinisch weniger genutzt, aber dafür kulinarisch umso interessanter sind die Blütenknospen des Spitzwegerich. So lange sie noch jung sind, sehen sie aus  wie winzige „Tannenzapfen“. Später bekommen sie einen Kranz unscheinbarer, weißer Blüten. Ihr Geschmack erinnert an erstaunlicherweise an Champignons. Zum Essen werden die Spitzwegerich-Knospen unbedingt vor der Blüte geerntet, da sie sonst strohig werden.

Vor allem im Frühjahr, aber auch bis in den Sommer hinein bringt der Spitzwegerich immer wieder neue Knospen hervor. Auf einer artenreichen Wiese lässt sich deshalb schnell eine Handvoll Spitzwegerich-Knospen sammeln.

Spitzwegerich-Risotto mit Knospen und Blättern

Zutaten für 4 Personen:

50-100g  Spitzwegerich-Knospen (vor dem Blühen)
1 Bund      Spitzwegerich-Blätter (junge)
400g         Risotto-Reis
2-4            Schalotten
2 EL           Butter
100ml       Weißwein, trocken
1-1,5 l       Gemüse-Brühe, heiß

2 EL           Butter
100g          Parmesan, gerieben
                    Salz
                    Pfeffer

Zubereitung:

Schalotten sehr fein würfeln und zusammen mit den Spitzwegerich-Knospen in der Butter in einem großen Topf andünsten. Nach ca. 2-3 min die Hälfte der Spitzwegerich-Knospen heraus nehmen und beiseite stellen.

Den Reis dazu geben, kurz unter Rühren mitdünsten, dann mit dem Weißwein ablöschen. Nach und nach die heiße Brühe zum Reis geben, dabei häufig rühren und die Flüssigkeit zwischendurch aufkochen lassen. Bei geringer Hitze so lange wiederholen, bis der Reis fast weich ist und die Flüssigkeit aufgesogen.

Wenn der Reis fast gar ist, die Spitzwegerich-Blätter waschen und in Streifen schneiden. Die Blätter, die Hälfte der beiseite gestellten Knospen und die Butter dazu geben. Zuletzt den geriebenen Parmesan unter den Reis rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das fertige Risotto in einem tiefen Teller mit etwas geriebenem Parmesan anrichten. Die restlichen Knospen darüber verteilen.