Herbstkranz aus Lärchenzapfen

Die Lärche hat kleine, auf den ersten Blick unscheinbare Zapfen. Bei genauerer Betrachtung sind sie jedoch sehr dekorativ und eignen sich zum Beispiel gut für einen schnell gebundenen Herbstkranz.

Die Europäische Lärche (Larix decidua) gehört zur Familie der Kieferngewächse und ist der einzige europäische Nadelbaum, der im Winter sein Laub abwirft. Im Herbst färben sich die Nadeln goldgelb und wenn sie abgefallen sind, sieht man die zahlreichen, kleinen Zapfen umso besser, die an lang herunterhängenden Zweigen sitzen.

Wenn man die eiförmigen Lärchen-Zapfen allerdings nicht vom Baum abschneidet, sondern die heruntergefallenen Zweige sammelt, erhält man ein schöne Vielfalt an Farben und Formen. Je älter die Zapfen sind, desto weiter sind die Schuppen geöffnet und die Farbe verändert sich von einem warmen hellbraun zu einem Treibholz-Grau. Lagen die Zweige längere Zeit auf dem Waldboden, sind sie manchmal von Flechten bewachsen und schimmern kupfergrün.

Da die Lärchenzapfen meist ziemlich fest an den Zweigen sitzen, die wiederum biegsam sind, lässt sich aus mehreren Lärchenzweigen ganz unkompliziert ein kleiner Kranz binden.

Dazu zwei Zweige überlappend aufeinander legen und mit einem sehr dünnen Floristendraht zusammenwickeln. Dann einen weiteren Zweig anlegen und weiter umwickeln. So lange fortfahren bist die richtige Länge für den gewünschten Durchmesser des Kränzchens erreicht ist (in Beispiel auf dem Foto knapp 80 cm). Die beiden Enden mit dem Draht zusammenbinden. Eventuell in einer weiteren Runde noch mehr Lärchenzweige dazubinden und alles gleichzeitig mit dem Draht fest umwickeln und damit stabilisieren. Man kann auch einen Metallring als Unterlage nehmen, auf die man die Zweige mit dem Draht bindet.

Lächenzapfen sind ein beliebtes Dekorationsmaterial und man kann sie sogar im Bastelzubehör kaufen. Viel besser als kaufen oder online bestellen ist es aber, die Lärchenzapfen selbst im Wald zu sammeln (bitte nur die, die von alleine bzw. durch einen Sturm herunter gefallen sind). Das Ausschau-Halten nach diesen ausgefallenen, sommergrünen Nadelbäumen macht den Spaziergang zu einem achtsamen Erlebnis und öffnet vielleicht auch die Augen für manch andere Details, die es im Wald zu entdecken gibt.

Aus den jungen Lärchenzapfen wird im Alpenraum im Frühjahr ein Lärchenzapfen-Schnaps oder -Likör angesetzt. Auch die jungen Nadel-Triebe werden im Mai für Tee, Sirup und Desserts, aber auch für Tinkturen und Umschläge genutzt. Besonders begehrt ist allerdings das Lärchenterpentin, eine Mischung aus ätherischen Ölen und Harzen, das aus der Lärche gewonnen wird. Es wirkt antibakteriell und wird medizinisch unter anderem bei entzündlichen Atemwegserkrankungen und Rheuma eingesetzt.

Wirtschaftlich ist vor allem das Holz der Europäischen Lärche von Bedeutung. Es wird zur Möbelherstellung und als Bauholz genutzt, z.B. für Türen, Treppen und Fußböden. Weil das Lärchenholz sehr witterungsbeständig ist, wird es außerdem gerne im Schiffs- und Bootsbau sowie im Brückenbau eingesetzt. Als Brennholz hat es dagegen nur eine untergeordnete Bedeutung.

Die Lärche galt schon im Altertum als wichtiger Schutzbaum. Sie wurde häufig in die Nähe des Hauses gepflanzt, um Unheil abzuwenden. Außerdem glaubte man, dass in den ungewöhnlichen Nadelbäumen mit ihrem schleierartig herunterhängenden, zarten Grün Elfen wohnen.

In unserer Zeit kann das Lärchenkränzchen, mit einer Kerze erhellt, etwas Licht in den grauen November bringen.

Auch aus anderen Natur-Materialien lassen sich kleine Kränze binden:

Kleine Kränzchen

Winterlicher Kranz

Wichtiger Hinweis: Beim Sammeln von Natur-Material immer achtsam vorgehen und den Baum, Strauch oder Kräuter-Bestand nicht gefährden. Nur kleine Mengen pro Pflanze ernten oder abschneiden und insgesamt nur so viel sammeln, wie benötigt wird und verarbeitet werden kann. Dabei auch immer genug für die Tiere – insbesondere Insekten und Vögel – zurück lassen, für die die Blüten, Früchte und Samen wichtige Nahrungsquellen sind.