Sloe-Gin (Schlehen-Gin)

Bei einem Herbstspaziergang findet man oft noch ein paar Schätze in der Natur. Dazu gehören auch die Schlehen, die sich oft in üppigen Hecken verstecken. Die Früchte des Schlehdorns sind sehr aromatisch und eignen sich für herb-fruchtige Aufstriche ebenso gut wie für einen alkoholischen Auszug. Sloe-Gin, also mit Gin aufgesetzte Schlehen, erfreut sich dabei gerade besonders großer Beliebtheit.

Schlehen (Prunus spinosa) enthalten neben vielen Vitaminen und Farbstoffen allerdings auch relativ viele Gerbstoffe. Die können einem den Mund zusammenziehen und deshalb werden sie roh meist nicht so gerne gegessen. Die Gerbstoffe werden aber durch den ersten Frost weitgehend zerstört. Daher wird oft geraten, die Schlehen erst zu sammeln, wenn die ersten Nachtfrösten über sie gezogen sind. Der Nachteil ist, dass dann die Schlehen schon oft abgefallen sind oder von Vögeln gefressen wurden – stehen sie doch bei vielen heimischen Vogelarten auf dem Speiseplan. Deshalb ist es besser, sie vorher zu sammeln und zuhause für eine Nacht ins Tiefkühlfach des Kühlschranks zu legen.

Ein Sloe-Gin ist schnell angesetzt, aber er braucht seine Zeit, um richtig gut zu werden. Nach etwa 3 Monaten ist er trinkfertig.

In diesem Rezept werden außer ein wenig Zucker auch ein paar Mandeln zugesetzt. Das verstärkt den leichten Bittermandelgeschmack, den auch die Schlehenkerne abgeben.

Der Geschmack hängt natürlich stark vom verwendeten Gin ab, der außer Wacholderbeeren meist noch viele andere Botanicals, also pflanzliche Zusätze enthält. Für den Sloe-Gin eignet sich am besten ein Gin, der überwiegend mit heimischen und nicht mit exotischen Zutaten aromatisiert wurde. Aber letztendlich ist es natürlich – wie generell bei Gin, Tonic und anderen sehr aromatischen Getränken – persöniche Geschmackssache.

Sloe-Gin

Zutaten für 1 l

250 – 300g Schlehenfrüchte
5 Mandeln, ungeschält
60g Zucker, weiß
Gin (z.B. London dry), ca. 0,7 l

Zubereitung

Die Schlehen waschen und ggf. über Nacht in einem geschlossenen Behältnis ins Tiefkühlfach legen.

Am nächtsten Tag in einer Schüssel auftauen lassen. Die Schlehen einzeln mit einer spitzen Nadel einmal anstechen und direkt in eine weithalsige Flasche füllen. Die Schlehen sollten die Flasche ca. zu einem Drittel füllen.

Dann den Zucker und die Mandeln in die Flasche geben und die Flasche mit dem Gin auffüllen. Die Flasche verschließen.

In den ersten Tagen den Sloe Gin-Ansatz täglich einmal schütteln, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Anschließend den Ansatz an einem dunklen Ort stehen lassen und von Zeit zu Zeit schütteln. Nach ca. 3 Monaten kann der Sloe Gin durch ein Sieb oder durch einen Kaffeefilter in eine dekorative Flasche füllen.

Der Sloe Gin kann pur getrunken oder 1:2 mit Tonic Water und Eiswürfeln genossen werden.