Walnuss-Busserl

Eine Adventszeit ohne den Duft von Weihnachtsgebäck ist kaum vorstellbar. Es gibt so viele verschiedene Arten von Plätzchen, dass die Entscheidung oft schwer fällt. Oder man besinnt sich auf ein paar Klassiker, die bewährt und ohne allzu großen Aufwand zu machen sind.

Außer Mehl enthalten die meisten Plätzchen Butter, Zucker und Eier. Durch den meist hohen Fettanteil sind sie bei kühlen Temperaturen relativ lange haltbar und waren früher ein wertvoller Winter-Vorrat, der für besondere Anlässe aufbewahrt wurde. Nüsse zählen auch häufig zu den Zutaten des Kleingebäcks. Wobei heutzutage eher seltener Nüsse als vielmehr Mandeln verwendet werden. Aber warum immer Mandeln? Weil Mandeln – in der Regel aus gigantischen kalifornischen Monokulturen stammend – praktisch und preiswert sind? Geschmacklich haben die Mandeln eher weniger zu bieten als Hasel- oder Walnüsse. Lediglich für Allergiker sind sie eine gute Alternative zu den heimischen Nuss-Arten (die, wenn sie aus dem Supermarkt kommen, allerdings in der Regel genauso aus Kalifornien importiert werden wie die Mandeln). Hat man das Glück, im Herbst Walnüsse gesammelt zu haben, kann man dieses Dilemma lösen.

Die Busserl sind auch als „Engelsaugen“ oder „Husaren-Kipferl“ bekannt. Es sind kleine, feine Mürbteig-Plätzchen, in die vor dem Backen eine kleine Vertiefung gedrückt wird. In diese Mulde wird, direkt wenn die Plätzchen aus dem Backofen kommen, ein Klecks Gelee oder Konfitüre gesetzt. Dadurch werden die Plätzchen saftig und bekommen einen fruchtigen Geschmack.

Traditionell wird für die Busserl Gelee von Schwarzen Johannisbeeren verwendet. In diesem Rezept kommen die ebenfalls säuerlich-aromatischen Hagebutten zum Einsatz, farblich sind die Holunderbeeren ebenfalls eine gute Alternative zu den Schwarzen Johannisbeeren.

Walnuss-Busserl

Zutaten für ca. 60 Stück:

250g     (Dinkel-)Mehl, hell
150g      Butter, Zimmertemperatur
100g     (Rohrohr-)Zucker
100g      Walnüsse, sehr fein gemahlen (alternativ Haselnüsse oder Mandeln)
2             Eier
1 Prise  Salz
1 Prise  Bourbon-Vanille, gemahlen

6-8 EL  Hagebutten-Konfitüre oder Holunderbeeren-Gelee

Zubereitung:

Das Mehl in eine Schüssel geben. Die weiche Butter in kleine Stücke schneiden und zusammen mit den übrigen Zutaten (ohne die Hagebutten-Konfitüre) zum Mehl geben.

Entweder mit den Knethaken des Handmixers oder direkt mit den Händen alle Zutaten miteinander verkneten bis ein geschmeidiger Mürbteig entsteht. Den Teig zu einer Kugel kneten und in einer abgedeckten Schüssel ca. 1 Stunde kühl stellen.

Anschließend den Teig kurz durchkneten, dann in vier Teile teilen. Jedes Viertel zu einer Schlange von ca. 2 cm Durchmesser ausrollen  Von der Teig-Schlange ca. 2 cm dicke Stücke abschneiden und mit den Händen zu kleinen Kugeln rollen.

Die Teig-Kugeln auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen. Wenn alle Kugeln gerollt sind mit der Spitze eines Kochlöffel-Stiels Vertiefungen in die Kugeln drücken.

Die Plätzchen im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 12-15 min backen bis sie leicht gebräunt sind.

Die Walnuss-Busserl aus dem Ofen holen und sofort in jede Vertiefung mit einem Teelöffel einen kleinen Klecks Gelee oder Marmelade setzen. Dann die Plätzchen vollständig abkühlen und noch eine Weile bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dabei zieht die Konfitüre in das Plätzchen ein und trocknet an der Oberfläche.

Anschließend können die Walnuss-Busserl, lagenweise mit Butterbrot-Papier getrennt, in einer Plätzchendose aufbewahrt werden. Kühl gelagert halten sie sich mehrere Wochen – falls sie nicht vorher aufgegessen wurden…