Maiwipfel-Pesto

Im Mai treiben die Nadelbäume zarte, frühlingsgrüne Spitzen aus, die Maiwipfel genannt werden. Die jungen Nadeln sind noch weich und haben ein frisches, feines Aroma.

Die immergrünen Nadelbäume sind nicht nur zu Weihnachten attraktiv und kulinarisch interessant. Die jungen Triebe haben es im Mai in sich. Die Ätherischen Öle, die in ihnen stecken, sind zu dieser Zeit besonders intensiv, während sich noch nicht so viele Gerbstoffe gebildet haben, die die Blätter etwas herber schmecken lassen.

Deshalb eignen sich die zarten Triebspitzen besonders gut zum Aromatisieren von Speisen. Warum also nicht einfach mal ein Nadelgrün-Pesto, in dem die charakteristischen ätherischen Öle besonders gut zur Geltung kommen und durch Salz und Öl noch intensiviert werden.

Besonders praktisch ist es, wenn man ehemalige „Weihnachtsbäume“ im Garten stehen hat, wie zum Bespiel die Zuckerhut-Fichte (Picea glauca var. albertiana ‚Conica‘), eine Zuchtform der Weißfichte. Sie soll nicht nur ein Wegwerfartikel für die Adventszeit sein, sondern durfte anschließend im Kräutergarten die dem Buchsbaumzünsler anheim gefallenen Buchsbaumkugeln ersetzen. Sie wächst sehr langsam und bleibt sehr kompakt, was in kleinen Gärten ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Nadelbaum-Arten ist. Dennoch muss sie jedes Jahr ein wenig in Form geschnitten werden. Ideal also, um daraus ein frühlingsgrünes, duftendes Fichtennadel-Pesto zuzubereiten.

Hat man keine eigenen Nadelbäume, ist beim Sammeln besondere Sorgfalt erforderlich. Einerseits ist unbedingt darauf zu achten, nicht versehentlich Triebspitzen von Eiben zu sammeln, denn diese sind sehr giftig. Außerdem dürfen pro Baum nur ganz wenige Triebspitzen geerntet werden, um dem Baum nicht zu schaden.

Fichtenspitzen-Pesto

Zutaten für ca. 250g:

1 Tasse junge Fichtenspitzen (ca. 25 – 30g)
125 ml Olivenöl, mild
¼ Tasse Cashew-Kerne (alternativ Pinienkerne) (ca. 50g)
2-3 Knoblauchzehen
1 EL Hefeflocken (alternativ Parmesan-Käse)
¼ TL  Salz
ggf. etwas abgekochtes Wasser

Zubereitung:

Alle Zutaten mit einem Pürierstab oder in einem Blender zu einer Paste verarbeiten, ggf. ein wenig abgekochtes Wasser dazugeben.

Das Maiwipfel-Pesto ist ein toller Dip oder Aufstrich, passt aber auch zu Pasta, Reis, Flammkuchen und sogar Champignon-Salat.

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können! Auch für die äußerliche Anwendung ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden. Unter Schutz stehende Wildpflanzen dürfen nicht gesammelt werden!

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