Champignon-Salat mit Maiwipfeln

Maiwipfel werden die jungen, hellgrünen Triebe der Nadelbäume in vielen Regionen genannt, denn im Mai sind sie noch ganz zart und besonders aromatisch.

Fichten, Tannen, Douglasien und andere immergrüne Bäume aus der Familie der Kieferngewächse (Pinacea) wachsen im Frühjahr, indem sie an den Enden der Vorjahres-Triebe neue Triebe bilden. Diese sind anfangs oft noch mit einer feinen Hülle überzogen. Wenn diese Triebknospe aufgeht, ist der beste Zeitpunkt, um die „Maiwipfel“ zu ernten.

Die jungen Nadeln enthalten bereits sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe. Vor allem sind das die ätherischen Öle, die man sofort mit den Nadelbäumen assoziiert: der typische „Weihnachtsbaum-Geruch“, aber auch Zitrus- und Kampfer-Noten sowie Harze. Außerdem findet sich vor allem in den jungen Triebspitzen Vitamin C, Zucker und Gerbstoffe.

Aus Maiwipfeln wird traditionell einiges hergestellt. Bekannt ist vor allem der Tannenschössli-Honig, bei dem die jungen Triebspitzen von Fichte, Tanne & Co. in Wasser gekocht und anschließend mit Zucker zu einem honigähnlichen, dicken Sirup eingekocht werden. Das ergibt einen lecken Brotaufstrich, der wegen der antibakteriellen und schleimlösenden Wirkung auch als „Hustensirup“ eingesetzt wird. 

Für diese Zubereitung braucht es allerdings eine recht große Menge der kleinen Wipfel. Nun darf man nicht einfach so in den Wald gehen und die Triebspitzen von den Bäumen pflücken. Vor allem, wenn einem Baum viele seiner jungen Triebe gleichzeitig genommen werden, kann er dadurch Schaden nehmen. Deshalb sollte man vor einer größeren Ernte auf jeden Fall um Erlaubnis fragen und dann auch nur pro Baum ein paar Wipfel ernten. Aber auch dann gilt: unbedingt sicherstellen, dass es sich um ein Nadelgehölz der Kiefern-Familie (Tanne, Fichte, Douglasie) handelt und nicht um eine Eibe. Eiben haben ähnliche Nadeln und vor allem die Triebspitzen und Samenkerne der Eiben sind sehr giftig!

Am besten ist es natürlich, wenn man einen eigenen Baum hat, den man genau kennt und der ohnehin gelegentlich etwas zurück geschnitten werden muss. Im  Maison-Rieck-Garten sind das mehrere Zuckerhut-Fichten. Diese kleinwüchsige Form der Weiß-Fichte (Picea glauca) wird in der Vorweihnachtszeit häufig als Dekoration im Blumentopf verkauft – und landet anschließend auf dem Müll oder bestenfalls auf dem Kompost. Hier durften sie im Kräuterbeet die Nachfolge der dem Buchsbaum-Zünsler zum Opfer gefallenen Buchs-Kugeln antreten. Nach zwei Jahren sind sie nun endlich so weit, dass sie in Form geschnitten werden und die Triebspitzen als Lebensmittel verwendet werden können.

Um den Geschmack von Maiwipfeln auszuprobieren, reicht es, wenn man ein paar Büschel der jungen Triebe fein geschnitten unter Frischkäse, Quark oder Butter mischt und mit etwas Salz abschmeckt.

Ein Salat aus knackigen Champignons und Maiwipfeln ist ebenfalls eine spannende Kombination, die den Wald nicht nur riechen, sondern auch schmecken lässt.

Champignon-Salat mit Maiwipfeln

Zutaten (für 2 Personen)

250 g frische, braune Champignons
100 g Saure Sahne oder Schmand
1-2 EL Maiwipfel, fein gehackt
Kräutersalz
Pfeffer, frisch gemahlen
1 EL Öl (z.B. kaltgepresstes Rapsöl)

Zubereitung:

Die Champignons vorsichtig säubern (falls nötig), den Stiel kürzen und die Pilze in feine Scheiben schneiden.

In einer Schüssel die Saure Sahne bzw. den Schmand mit Kräutersalz, Pfeffer und den gehackten Maiwipfeln abschmecken. Die Champignon-Scheiben dazu geben und behutsam mischen.

Den Champignon-Salat vor dem Servieren 10-15 min stehen lassen, damit die Aromen durchziehen. Nach Belieben anschließend noch 1 EL Öl untermischen und nochmals mit Salz abschmecken.

Tipp: Statt mit Maiwipfeln schmeckt der Champignon-Salat auch mit Thymian-Blättchen sehr gut!

Wichtiger Hinweis:

Nicht alle Teile des Holunderstrauches sind essbar!

Wildpflanzen dürfen weder als Lebensmittel verzehrt noch in sonstiger Form innerlich oder äußerlich angewendet werden, wenn sie nicht 100%ig sicher bestimmt werden können. Zur besseren Kenntnis der heimischen Wildpflanzen am besten an Kräuter-Führungen oder -Schulungen teilnehmen bzw. gute Bestimmungsbücher zu Rate ziehen.