Käsegebäck mit Nachtkerzensamen

Nachtkerzen gehören bei uns ursprünglich nicht zu den heimischen Pflanzen. Sie wurden im 17. Jahrhundert aus Amerika als Zierpflanzen nach Europa gebracht, fühlten sich aber offensichtlich in Europa so wohl, dass sie sich über die Mauern von Gärten hinweg gesetzt und sich weit verbreitet haben. Der Nutzen der Nachtkerzen, vor allem ihrer Wurzeln und Samen, war in ihrer eigentlichen Heimat schon lange bekannt, bevor der pflanzliche Migrant hier Fuß gefasst hat. Aber auch wir können diese heimische Pflanze, die in großen Mengen wild wächst, nutzen.

Nachtkerzen der bei uns besonders häufig vorkommenden Art „Gemeine Nachtkerze“ (Oenothera biennis) sind zweijährige Pflanzen, die erst im zweiten Lebensjahr blühen. Charakteristisch sind die neon-gelben Blüten, die sich in der Abenddämmerung öffnen. Sie ziehen durch ihre Farbe und einen sehr intensiven, süßlichen Geruch vor allem Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten an. Die Blüten verblühen im Laufe des nächsten Tages, zurück bleibt eine Samenkapsel, in der die befruchteten Samen reifen. Abends öffnen sich dann wieder neue Blüten.

Dieses Schauspiel wiederholt sich über viele Wochen hinweg vom Sommer bis in den Herbst hinein. Wenn die Pflanze endgültig verblüht ist, vertrocknen die Samenkapseln und reißen auf. Dadurch fallen bis zu 200 winzige Samenkörner pro Kapsel heraus, die vom Wind weiter getragen werden. Die gemeine Nachtkerze ist also sehr erfolgreich mit ihrer Verbreitungs-Strategie und findet sich deshalb besonders gerne in großer Anzahl auf Brachflächen oder entlang von Bahndämmen wieder. Das hat ihr auch den Spitznamen „Bahnlaterne“ eingebracht.

Wenn man Nachtkerzen-Samen ernten möchte, muss man also schneller sein als der Wind. Am besten ist es, die verblühten, aber noch nicht vollständig getrockneten Triebe vorsichtig abzuschneiden und kopfüber in eine große Tüte zu stellen. Dort können sie ein paar Tage lang weiter trocknen. Die herausfallenden Samen sammeln sich dann in der Tüte und können anschließend mit Hilfe eines Siebes von anderen Pflanzenteilen getrennt werden

Das in den Samen der Nachtkerze vorkommende Öl enthält eine große Menge ungesättigter Fettsäuren, insbesondere Linolsäure. Es wird heutzutage vor allem in Pflegeprodukten für empfindliche und gereizte Haut verwendet. Man kann die Samen aber auch an Stelle von Sesam- oder Mohn-Samen für herzhaftes Gebäck verwenden, wie in diesem Rezept:

 

Käsegebäck mit Wildkräuter-Samen

Zutaten für ca. 50 kleine Plätzchen:

250g     Dinkelmehl, Typ 1050
200g     Bergkäse (oder anderer würziger Käse), fein gerieben
200g     Butter, zimmerwarm
1/2 TL  Salz
4 EL     Nachtkerzen-Samen

Zubereitung:

Mehl, Käse, Salz und 2 EL der Nachtkerzen-Samen in einer Schüssel mischen. Die Butter in kleine Stücke schneiden und dazu geben. Mit den Finger die Butter mit den übrigen Zutaten verreiben, bis ein glatter Mürbteig entsteht. Den Teig zu einer Kugel formen und zugedeckt im Kühlschrank ca. für eine 1 Stunde ruhen lassen.

Anschließend den Teig nochmal durchkneten und dann auf einer leicht bemehlten Oberfläche ca. 1/2 cm dick ausrollen. Die Oberfläche mit Wasser bepinseln, die übrigen Nachtkerzen-Samen darauf verteilen und leicht andrücken. In rechteckige Stücke schneiden oder Plätzchen ausstechen.

Die Gebäckstücke auf ein Backblech legen und bei 175 °C ca. 10-12 min backen, bis das Käsegebäck leicht gebräunt ist. Nach dem Abkühlen in einer verschließbaren Dose aufbewahren.