Wurzelgemüse-Cremesuppe mit Gartenschaumkraut

Während die Wurzelgemüse noch die Energie des vergangenen Jahres gespeichert haben, lässt das Gartenschaumkraut schon den nächsten Frühling ahnen. Eine Kombination, die sich hervorragend ergänzt.

Zuverlässig ist das Gartenschaumkraut (Cardamine hirsuta) bereits zu Beginn eines neuen Jahres auf den ansonsten noch kargen Böden zu finden. Dieses kresseartige Kraut trotzt der Kälte und nutzt den Vorteil, dass es ansonsten noch wenig Konkurrenz im Beet gibt.

In Zeiten, in denen frische Kräuter und grüne Blattgemüse im Januar und Februar rar waren, wurde es als Vitaminspender sehr geschätzt. Und auch heute können wir von diesem würzigen Kraut profitieren.

Das Gartenschaumkraut, das auch Behaartes Schaumkraut genannt wird, gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und zeichnet sich deshalb durch die Schärfe aus, die typisch für diese Familie ist.

Ruderalschaumkraut wird es ebenfalls gelegentlich genannt, was darauf hinweist, dass es besonders gern auf Brachflächen wächst. Dort breitet es sich meist sehr schnell aus, was eine ertragreiche Ernte einfach macht. Die kleinen Blattrosetten, die von einer zentralen Wurzel ausgehen, lassen sich leicht aus dem im Frühjahr feuchten Boden ziehen.

Wenn man die geernteten Gartenschaumkraut-Rosetten nach dem Sammeln direkt gründlich wäscht, kann man sie im Kühlschrank in einer luftdichten Dose mehrere Tage aufbewahren und vielseitig in den Speiseplan integrieren. Zum Beispiel in einem Tomatensalat oder Rote-Bete-Salat, einem Dip zu Kartoffel-Nuggets, als Frischkäse-Aufstrich oder auch zu allerlei grünen Soßen oder anderen Frühjahrs-Kräutermischungen.

Das Gartenschaumkraut kann man top to root verwenden, das heißt, sowohl die Blätter als auch die Blattstängel und die feine Wurzel sind essbar. Je nachdem verwendet man die feinen, äußeren Blätter roh – ähnlich wie Gartenkresse -, während die Mitte der Blattrosette und die Wurzel eher gekocht und püriert werden sollten.

Wurzelgemüse-Cremesuppe mit Gartenschaumkraut

Zutaten für 2-4 Portionen

300g Wurzelgemüse (Pastinaken, Petersilienwurzeln, Knollensellerie)
1 kleine Zwiebel oder Schalotte
3-4 EL Olivenöl
1 l Wasser
1 TL Salz (oder 1 EL gekörnte Gemüsebrühe)
1 Bio-Zitrone oder 1/2 Bio-Orange (der Saft davon)
1 Knoblauchzehe, frisch
10-15 Gartenschaumkraut-Pflanzen

Zubereitung

Die Zwiebel oder Schalotte schälen und grob hacken. Das Wurzelgemüse ebenfalls schälen und in Würfel schneiden.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln mit den Wurzelgemüse-Würfeln andünsten, bis sie leicht bräunen. Es dürfen ein paar Rostaromen dabei entstehen.

Dann das Wasser angießen, Salz oder Gemüsebrühe zugeben und das Gemüse ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze kochen, bis es gar ist.

In der Zwischenzeit das Gartenschaumkraut waschen und kleinschneiden. Dabei die oberen Blättchen zur Seite legen, sie werden später als Dekoration auf die Suppe gegeben.

Wenn das Wurzelgemüse weich genug ist, den Topf vom Herd nehmen. Mit einem Pürierstab das Gemüse zu einer cremigen Suppe verarbeiten. Die Suppe nochmals kurz erhitzen, dann die Knoblauchzehe schälen, grob hacken und dazu geben, ebenso das Gartenschaumkraut. Alles zusammen nochmals fein pürieren.

Die fertig Suppe ggf. nochmals abschmecken und dann direkt servieren. Nach Möglichkeit nicht mehr kochen oder lange warmhalten, damit die Vitamine des Schaumkrauts erhalten bleiben.

Beim Servieren die restlichen Schaumkraut-Blättchen über die Suppe streuen.

Tipp:

Wer Wurzelgemüse im Geschmack zu intensiv findet, kann die Suppe auch mit Kartoffeln oder Kürbis zubereiten. Zu der leichten Schärfe des Gartenschaumkrauts und der Säure der Zitrone passen alle Gemüse, die leicht süßlich schmecken.

Wenn kein Gartenschaumkraut zu finden sein sollte, lässt sich diese Suppe auch mit zwei Kästchen Gartenkresse aus dem Supermarkt zubereiten (ein Kästchen kommt in die Suppe, das andere oben drauf).

Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen und andere Pflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können!

Auch für die äußerliche Anwendung von Wildpflanzen ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden.

Außerdem unbedingt die Vorschriften zum Naturschutz beachten und nur nachhaltig sammeln! Unter Schutz stehende Wildpflanzen dürfen nicht gesammelt werden!


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Avatar von Unbekannt

Autor: Maison Rieck Manufaktur

Kräuterpädagogin, Fermentista, leidenschaftliche Köchin, Naturmaterial-Künstlerin, Fränkin