Fenchel, sowohl als Gemüse als auch in Form der getrockneten Früchte, bereichert diese Suppe, die im Winter nicht nur das Auge, sondern auch den Gaumen und die Nase erfreut. Sie lässt sich auf der Basis von Süßkartoffeln leicht zubereiten und bekommt durch die Orange eine Hauch von Sommer.


In der kalten Jahreszeit haben wärmende Kräuter und Gewürze einen besonderen Stellenwert. Dazu gehören insbesondere solche, die eine gewisse Schärfe mitbringen, wie zum Beispiel Chilischoten und Ingwer, oder mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Zur zweiten Gruppe gehören die Fenchelsamen. Während das Wurzelgemüse selbst einen eher milden Geschmack hat, haben es die reifen Früchte in sich – sogar noch, wenn sie gegen Ende des Winter gesammelt werden.


Sogar an grauen Tagen verströmt der Duft der reifen Früchte, wenn man sie zwischen den Fingern reibt, ein wärmendes Gefühl und weckt Assoziationen zu bunten, orientalischen Gerichten.
Der Fenchel (Foeniculum vulgare) stammt ursprünglich Südeuropa, Nordafrika und Westasien. Seit der Antike wird er im Mittelmeerraum als Kulturpflanze angebaut, sowohl als Gemüse als auch wegen der Heilwirkung der Früchte. Sie haben eine entkrampfende und blähungshemmende Wirkung auf die Verdauung, fördern die Produktion von Verdauungssekreten, wirken antimikrobiell und entzündungshemmend. Außerdem sollen sie bei Infektionen der Atemwege schleimlösende Eigenschaften haben und bei stillenden Müttern die Milchbildung anregen. Ein wahres Allroundmittel also für die Hausapotheke unserer Vorfahren. Wie gut, dass der Fenchel sowohl in Gärten gut gedeiht und in Mitteleuropa in wärmeren, trockenen Gegenden auch wild vorkommt!
Üblicherweise werden die in den Früchten enthaltenen ätherische Öle mit heißem Wasser extrahiert, also ganz einfach als Tee zubereitet. Durch Dampfdestillation lässt sich das Fenchelöl ebenfalls nutzbar machen und in stärkerer Dosierung einsetzen. Auch als Brotgewürz wird Fenchel traditionell verwendet, um das Brot haltbarer und bekömmlicher zu machen, wie zum Beispiel beim Sauerteigbrot mit Fenchelsamen. Und allein wegen seines appetitanregenden Geschmacks wird er zum Beispiel in Italien auch in Fermenten wie „La Giardiniera“ genutzt.
Für die Suppe werden die Knollen und die Früchte gemeinsam verwendet, wobei die Früchte erst gegen Ende der Zubereitung zugegeben werden, damit möglichst viel ätherisches Öl enthalten bleibt.


Als Basis für die Suppe eignen sich Süßkartoffeln perfekt, denn sie machen die Suppe sämig und bringen eine angenehme Süße und eine wunderbare Farbe mit. Wenn keine (lokal angebauten) Süßkartoffeln erhältlich sind, lassen sie sich durch mehligkochende Kartoffeln ersetzen; die Konsistenz und der Geschmack sind aber nicht identisch. Die Süßkartoffel enthält im Gegensatz zur Kartoffel die Vitamine A und E sowie Beta-Carotin und mehr Ballaststoffe, was sie zu einer interessanten Alternative macht.


Süßkartoffelsuppe mit Fenchel und Orange
Zutaten für 4-6 Portionen
1-2 Süßkartoffeln (ca. 500g)
1 Fenchelknolle (ca. 350g)
3 EL Olivenöl
1 l kochendes Wasser
1 Bio-Orange
1 EL getrocknete Fenchelfrüchte
1-2 Knoblauchzehen
Salz
Pfeffer, schwarz, frisch gemahlen


Zubereitung
Die Süßkartoffeln mit einem Sparschäler schälen und in ca. 1 x 1 cm große Würfel schneiden. Die Fenchelknolle waschen, die feinen grünen Blätter abschneiden und die Knolle halbieren, dann erst längs in breite Streifen, dann quer in Würfel schneiden (siehe oben).
In einem ausreichend großen Topf das Olivenöl erhitzen und zuerst die Fenchelstücke unter Rühren anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Dann die Süßkartoffelstücke dazugeben und mit anbraten. Wenn das Gemüse Farbe angenommen hat, mit dem heißen Wasser ablöschen, ca. 1/2 TL Salz dazugeben und mit geschlossenem Deckel kochen lassen, bis die Gemüsestück durchgegart sind. Das dauert ca. 10 Minuten.


In der Zwischenzeit die Bio-Orange waschen, die Schale abreiben und die Orange auspressen. Das Fenchelgrün fein hacken und die Knoblauchzehen schälen und grob hacken. Die Fenchelfrüchte von der Dolde zupfen und im Mörser grob zerkleinern (alternativ bereits gemahlene Fenchelfrüchte verwenden, die aber meist nicht mehr so viel Aroma haben).


Dann den Topf mit den Süßkartoffeln und dem Fenchel vom Herd nehmen und auf einen Untersetzer stellen. Mit einem Pürierstab das Gemüse zu einer sämigen Suppe verarbeiten. Dann den gehackten Knoblauch, den Orangensaft und ca. 1 TL abgeriebene Orangenschale dazugeben und nochmals pürieren. Dann die Suppe abschmecken und mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und ggf. noch mehr Salz abschmecken.
Falls sie nicht mehr heiß genug sein sollte, die Suppe nochmals kurz erhitzen und dann in Suppenteller füllen. Mit dem kleingehackten Fenchelgrün, ggf. restlichem Orangenabrieb und ein wenig gemörserten Fenchelfrüchten dekorieren.


Wichtiger Hinweis: Wildpflanzen und andere Pflanzen dürfen nur als Lebensmittel verwendet werden, wenn sie 100%ig sicher bestimmt werden können! Für die sichere Erkennung unbedingt zuverlässige Bestimmungsbücher zu Rate ziehen und an Wildpflanzen-Führungen und -Schulungen teilnehmen. Die Verwechslung mit giftigen Doppelgängern muss ausgeschlossen werden können!
Auch für die äußerliche Anwendung von Wildpflanzen ist eine absolut sichere Bestimmung Voraussetzung. Selbst für Dekorationszwecke, insbesondere für Tischdekoration sollten nur ungiftige Wildpflanzen verwendet werden.
Außerdem unbedingt die Vorschriften zum Naturschutz beachten und nur nachhaltig sammeln! Unter Schutz stehende Wildpflanzen dürfen nicht gesammelt werden!
Entdecke mehr von Maison Rieck Manufaktur
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.